Zu wenig Abstand wird teuer

Polizei Northeim weist auf neue Regeln für das Überholen von Radlern hin

+
Eine „heiße Stelle“ für Fahrradfahrer: Auf der Northeimer Teichstraße kann der Mindestabstand zu Radfahrern aufgrund parkender Autos nicht gewährleistet werden, darum darf hier nicht mehr überholt werden. 

Es ändert sich etwas auf Deutschlands Straßen: Ab sofort ist ein Mindestabstand von eineinhalb Metern beim Überholen von Radfahrern für Autofahrer verpflichtend. Denn der Mindestabstand war bisher nur gerichtlich und nicht gesetzlich festgelegt.

Das heißt, dass zu wenig Distanz nun richtig teuer werden kann, erläuterten jetzt Matthias Heise und Thomas Sindram von der Polizeiinspektion Northeim.

Eineinhalb Meter innerorts und zwei Meter außerorts ist seit Kurzem der festgeschriebene Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern. Ist es nicht möglich, den Abstand einzuhalten, weil beispielsweise die Straße zu eng ist, um beidseitig den Abstand einzuhalten, oder am Fahrbahnrand Autos parken, ist das Überholen verboten. Das gilt zum Beispiel auch in der Northeimer Teichstraße aber auch in zahlreichen weiteren Wohn- und Erschließungsstraßen der Kernstadt und den Ortschaften. 

Sollte die neue Regel nicht eingehalten werden, beginnen die Bußgelder bei 30 Euro aufwärts. Die Northeimer Polizei will auf die Einhaltung ein Auge haben.

Radweg muss - wenn vorhanden - genutzt werden

„Zudem gibt es immer noch Radfahrer, die in die entgegengesetzte Fahrtrichtung auf dem Radweg fahren. Das ist nicht nur gefährlich für den Radfahrer selbst, sondern auch für die Autofahrer“, erklärt Polizeioberkommissar Matthias Heise, der selbst gern mit dem Rad zur Arbeit fährt. 

Eineinhalb Meter genaustens abgemessen: Polizeioberkommissar Matthias Heise (links) und Polizeihauptkommissar Thomas Sindram zeigen, wie es richtig geht.

Damit die vorhandenen Radwege auch nutzbar bleiben, wurden die Bußgelder für das Parken in zweiter Reihe oder auf Radwegen von 15 bis 30 Euro auf 55 bis 100 Euro erhöht.

Erstmals gibt es für Parkverstöße, bei Gefährdung, auch einen Punkt in Flensburg. Eine kleine Änderung ergibt sich auch beim Halten auf Radschutzwegen. Bisher war das Anhalten bis zu drei Minuten Dauer erlaubt, nun ist es ausdrücklich untersagt. 

Auch Neuerungen für Radfahrer

„Für die Radfahrer gibt es allerdings auch ein paar Neuerungen“, so Heise. Das Nebeneinanderfahren von Fahrradfahrenden ist erlaubt, sofern der Verkehr nicht behindert wird.

Der Autofahrern bekannte Grünpfeil, wie es ihn beispielsweise an der Einmündung der Seesener Landstraße auf die Osttangente gibt, der das Rechtsabbiegen bei roter Ampel erlaubt, gilt nun auch für Radfahrer. 

Und ein noch unbekanntes Verkehrszeichen gesellt sich langsam zu „Vorfahrt achten“ und dem „Sonderweg für Radfahrer“: Die „Fahrradzone“ hat den Zweck, größere zusammenhängende Bereiche nach den Regeln der Fahrradstraßen einzurichten. Teuer wird es hingegen für den, der es vorzieht, auf dem Gehweg Fahrrad zu fahren. Die Bußgelder wurden von 10 bis 25 Euro auf 55 bis 100 Euro erhöht.

„Mit den E-Bikes ist die Zahl der Fahrradfahrer gestiegen. Und auch die ältere Generation sitzt häufiger auf dem Fahrrad als noch vor ein paar Jahren. Daher gilt es, besonders wachsam zu sein“, erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Sindram.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.