Zwei Einsätze in jüngster Vergangenheit

Polizei warnt: Soft-Air-Waffen sind kein Spielzeuge

Northeim. „Hier läuft ein Jugendlicher mit einer Maschinenpistole herum": Solche Notrufe von besorgten Bürgern gehen in jüngster Zeit häufiger bei der Polizei ein.

In den vergangenen Tagen kam es allein im Bereich der Polizeiinspektion Northeim zu zwei Einsätzen, weil Jugendliche in der Öffentlichkeit mit Waffen hantierten und sogar damit herumballerten. Zum Glück stellte sich beide Male heraus, dass sie keine scharfen Schusswaffen, sondern täuschend echt aussehende Soft-Air-Maschinenpistolen und -Pistolen bei sich hatten.

Trotzdem seien diese Vorfälle alles andere als harmlos, sagt der Leiter der Zentralen Kriminaldienstes in Northeim, Oliver Tschirner. Gerade angesichts der aktuellen Terrorgefahren sei es gefährlich, so genannte Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit mit sich zu führen. „Die Polizei muss zunächst immer davon ausgehen, dass es sich um echte Schusswaffen handelt.“ Im schlimmsten Fall könnte es passieren, dass Beamte die Lage als so gefährlich einschätzen, dass sie in dieser vermeintlichen Notwehrsituation selbst zur Schusswaffe greifen.

Solche brisanten Fälle habe es bereits gegeben, sagt der Sprecher des Landeskriminalamtes, Frank Federau. „Wer mit einer täuschend echt aussehenden Waffe herumläuft, beschwört ein erhebliches Gefahrenpotential herauf.“ Ein Vorfall ereignete sich in diesem März in München. Dort schoss ein Polizist auf eine Frau, die mit einer Soft-Air-Pistole Passanten bedroht hatte.

Dass Soft-Air-Waffen keine Scherzartikel sind, steht auch im Waffengesetz: Seit 2008 ist das Führen von sogenannten Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit verboten. Selbst geschulte Polizeibeamte könnten nicht mit bloßem Auge erkennen, dass es sich um einen Nachbau handele, sagt der Northeimer ZKD-Leiter Tschirner. (pid)

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.