Polizeipräsident will Gebiet des ehemaligen Landkreises Osterode Behörde in Göttingen zuschlagen

Polizeiinspektion in Northeim soll deutlich schrumpfen

Northeim / Göttingen. 14 Jahre nach der letzten großen Polizeiumstrukturierung in Niedersachsen steht möglicherweise erneut eine Organisationsänderung an.

Der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig, hat einen Antrag an das niedersächsische Innenministerium gestellt, die polizeilichen Zuständigkeitsbereiche in Südniedersachsen neu zuzuschneiden.

Demnach sollen die Südharzer Polizeikommissariate Osterode und Bad Lauterberg, die bislang der Polizeiinspektion Northeim/Osterode zugeordnet waren, an die Polizeiinspektion Göttingen angegliedert werden. Man wolle damit die polizeilichen Strukturen an die kommunalen Strukturen anpassen, sagte Lührig.

Der Landkreis Osterode hatte am 1. November 2016 seine Eigenständigkeit verloren und ist seitdem Teil des Landkreises Göttingen. Sollte das Innenministerium dem Antrag zustimmen, wäre die Polizeiinspektion Göttingen analog der Kreisstruktur künftig auch für den Altkreis Osterode zuständig.

Die Polizeiinspektion Northeim würde dagegen einen Teil ihres aktuellen Einsatzbereiches verlieren und wäre nur noch für den Landkreis Northeim zuständig. Einen Termin für die angestrebte Umorganisation gebe es noch nicht, sagte eine Sprecherin. Derzeit hat die Polizeiinspektion Northeim/Osterode rund 400 Mitarbeiter.

Rund 100 Bedienstete von ihnen sind im Bereich des Altkreises Osterode tätig. Diese würden im Falle einer Umstrukturierung dann der Inspektion in Göttingen zugeordnet. Diese hat derzeit rund 600 Mitarbeiter.

Bis zum Herbst 2004 hatte der damalige Landkreis Osterode noch eine eigene Polizeiinspektion. Im Zuge der vom damaligen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) vorgenommenen Neustrukturierung wurde diese mit der Polizeiinspektion Northeim zusammengelegt. Der Sitz der gemeinsamen Inspektion befindet sich in Northeim. 

Damals hatte sich der Osteroder Landrat Bernhard Reuter vehement gegen die Zusammenlegung mit Northeim ausgesprochen und gefordert, die Polizeiinspektion in Osterode zu erhalten. Eine Konzentration in Northeim würde zu weniger Sicherheit für die Kreisbevölkerung und unverhältnismäßigem Mehraufwand sowohl für die Polizei als auch für die Städte und Gemeinden führen. Heute ist Reuter Landrat des neuen Großkreises Göttingen. Ob er auch Sicherheitsbedenken gegen eine noch größere polizeiliche Konzentration in Göttingen hat, war zunächst nicht zu erfahren, da eine entsprechende Anfrage am Montag unbeantwortet blieb. Keine Angaben gab es auch dazu, wie die Polizeiinspektion Göttingen nach dem angestrebten Zuwachs heißen soll – ob es einen Bindestrich-Namen gibt oder ob der Ortsname Osterode ähnlich wie schon bei der Kreisreform unter den Tisch fällt.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Cibura - stock.adobe.com

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