Kaufkraft würde abwandern

Rat in Northeim lehnt großes Möbelhaus an A7 in Göttingen ab

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In diesem Bereich könnte das neue Möbelhaus nahe des Kaufparks in Göttingen entstehen.

Die Northeimer Politik lehnt die Ansiedlung eines Möbel-Riesen an der A7 bei Göttingen ab. Wir erklären, warum.

Die Stadt Northeim spricht vehement gegen das Vorhaben des Oberzentrums Göttingen aus, im Westen von Göttingen eine Sonderfläche für den Bau mutmaßlich eines Porta-Möbelhauses mit einer Verkaufsfläche von 25.000 Quadratmetern auszuweisen. Es handele sich um ein Monstervorhaben, das mittelständische Unternehmen in Göttingen und auch im Raum Northeim gefährde, sagte beispielsweise der frühere Northeimer Bürgermeister und FDP-Ratsmitglied Irnfried Rabe.

Der Northeimer Stadtrat beschloss einstimmig eine von der Stadtverwaltung verfasste Stellungnahme gegen eine Änderung des Flächennutzungsplans in Göttingen. Das dort geplante Möbelhaus soll laut Planung auf 2500 Quadratmetern auch innenstadtrelevante Produkte verkaufen dürfen.

Die Planung der Stadt Göttingen laufe trotz der jetzt schon verkleinerten Planung immer noch den Zielen der Landesraumordnung zuwider, heißt es in der Northeimer Stellungnahme. Der Versorgungsauftrag, den beispielsweise benachbarte Mittelzentren wie Northeim hätten, werde ausgehebelt. Die Stadt Göttingen hatte betont, dass man nach dem Absprung der Interessenten XXL-Möbel und Poco das Sondergebiet schon um 8000 Quadratmeter verkleinert habe und man den Bedenken des Umlandes entgegenkomme.

Das sieht die Stadt Northeim anders. Sie weist darauf hin, dass man allenfalls einer Verkaufsfläche von rund 20.000 Quadratmeter für zustimmungswürdig halte.

CDU-Ratsmitglied Malte Schober sprach in der Ratsdebatte von einer Arroganz Göttingens in dieser Sache. Die Stadt solle auch den Klageweg prüfen.

Irnfried Rabe (FDP) kritisierte, dass es in Göttingen offenbar einen ungeheuren Einfluss der Kurth-Gruppe gebe, die dort unbedingt so groß bauen wolle. Das in Northeim ansässige Möbelhaus Bäucke erwarte bei der geplanten Größenordnung von 25.000 Quadratmetern einen Kaufkraftabfluss von 20 Prozent. Bei einer Größe von unter 20.000 Quadratmeter könnten es zehn Prozent sein, die vielleicht noch verkraftbar wären.

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