Sieben Windräder könnten entstehen

Projektentwickler aus Meißen plant Windpark zwischen Gillersheim, Lindau und Bilshausen

Im Hintergrund eines blühenden Feldes stehen verteilt drei Windräder in weiteren Feldern
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Eine vergleichbare Größe hat laut Projektwickler UKA der Windpark Höherberg zwischen Bodensee und Gieboldehausen. Er wurde ebenfalls von dem Meißener Unternehmen realisiert und zählt acht Windräder.

Auf den Feldern und Wiesen zwischen den Orten Gillersheim, Lindau und Bilshausen könnte möglicherweise ein neuer Windpark entstehen. Entschieden oder genehmigt ist aber noch nichts.

Gillersheim – Trotzdem hatte der Investor, der Energieparkentwickler UKA aus Meißen, am 24. Juli Landwirte und andere Flächeneigentümer zu einer ersten Infoveranstaltung eingeladen und schon einmal seine Pläne für das Projekt mit etwa sieben Windrädern vorgestellt. Standort soll in der Gemarkung Gillersheim sein.

Die Planer gehen offenbar davon aus, dass der Landkreis Northeim das Gebiet im Zuge des Raumordnungsprogramms künftig als Windeignungsgebiet ausweist. Dass man trotzdem jetzt schon in die Öffentlichkeit gehe, solle Transparenz beweisen, man wolle frühzeitig mit den Bürgern ins Gespräch kommen, so Projektleiter Henrik Singelmann in einer Mitteilung.

Erste Einschätzungen zeigten, dass Windenergieanlagen an dieser Stelle gut im Einklang mit Mensch und Umwelt betrieben werden könnten, heißt es weiter. Im weiteren Verlauf würden zusätzliche Analysen von unabhängigen Gutachtern angefertigt. Am Ende der Planung erfolge die Prüfung durch die zuständigen Fachbehörden.

Sieben Windenergieanlagen könnten entstehen

Auch Anzahl und Typ der geplanten Anlagen stehen noch nicht fest, ergänzt Benedikt Laubert, Pressesprecher der Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG (UKA). Nach ersten Einschätzungen könnten auf den Flächen aber sieben Windenergieanlagen der neusten Generation mit einer Nabenhöhe von rund 160 Metern und einer Gesamtleistung von fast 40 Megawatt wirtschaftlich eingesetzt werden. Fest stehe bereits jetzt, dass die Anlagen nachts nur in Ausnahmefällen blinken würden. Eine neue gesetzliche Regelung garantiere, dass Windenräder in Zukunft nur noch dann blinken, wenn sich ein Hubschrauber oder ein tieffliegendes Flugzeug in der Nähe des Parks befinde.

Während des Planungsprozesses wollten sich die Entwickler von UKA mit allen Beteiligten austauschen, so wie es bereits beim benachbarten Windpark am Höherberg nahe der Ortschaft Bodensee geschehen sei. Dieser Park wurde 2019 fertiggestellt und ebenfalls von UKA geplant. Zudem solle es Infoveranstaltungen für Jedermann geben.

Im Nachbarwindpark Höherberg, der mit acht Windrädern eine vergleichbare Größe habe, hätten sich Eigentümer aus dem Raum Gillersheim bereits ein Bild von der Wirkung der Anlagen machen können. Sollte es zum Bau kommen, werde es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geben. Bei deren Ausgestaltung werde sich UKA nach Vorgaben der Naturschutzbehörde richten. Denkbar seien zum Beispiel Renaturierungsmaßnahmen, die Tieren wie Rotmilan oder Schwarzstorch zugutekommen. Die Gemeinde Katlenburg-Lindau weiß von den Planungen des Investors aus Meißen indessen nichts. Man sei bislang nicht informiert worden. Auch von einem Infotreffen mit potenziellen Verkäufern habe man keine Kenntnis gehabt, betont der allgemeine Vertreter der Bürgermeisters, Volker Mönnig.

Die Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten hat die Gemeinde Katlenburg-Lindau vor einem Jahr dem Landkreis Northeim übertragen, der die Ausweisung bei der Aufstellung des Raumordnungsprogramms vornehmen soll. Aber auch vom Landkreis sei die Gemeinde nicht in Kenntnis über eine Windparkplanung bei Gillersheim gesetzt worden, so Mönnig.

Pläne sind dem Landkreis unbekannt

Der Landkreis Northeim ist über die Pläne des Unternehmens nicht informiert. Die Unternehmensgruppe UKA Umweltgerechte Kraftanlagen sei dem Landkreis auch im Zusammenhang mit anderen Vorhaben bislang nicht bekannt, teilte Landkreissprecherin Claudia Hiller auf Anfrage der HNA mit.

Der Landkreis wird nach ihren Worten einen Entwurf, welche Gebiete Vorrangflächen für die Windenergie werden sollen, bis zum Ende dieses Jahres 2020 vorlegen. Derzeit seien die Potenzialflächen für Windkraftanlagen in der Einzelfallprüfung. Es sei bislang völlig offen, welche Potenzialflächen anschließend als Vorrangflächen ausgewiesen werden sollen.

In der Gemarkung Gillersheim gibt es nach Angaben von Hiller zwei Potenzialflächen. Eine liegt westlich der Ortslage und südlich der Felswerke. Diese Fläche hat eine Größe von 27 Hektar (ha).

Die zweite Potenzialfläche liegt östlich des Ortes und des Renshausener Bachs. Sie reicht bis zur Gillersheimer Gemarkungsgrenze, die dort gleichzeitig Landkreisgrenze ist. Diese Potenzialfläche umfasst 267 ha. (Axel Gödecke)

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