Dunkelziffer ist hoch - Zuhälter werden zu Maklern

Prostitution im Kreis Northeim: Mit Sex lässt sich viel Geld verdienen

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Prostituierte auch im Kreis Northeim: Mit dem ältesten Gewerbe der Welt lässt sich nach wie vor viel Geld verdienen. Doch nicht alle, die sich prostituieren, melden sich auch bei den Behörden an.

Northeim. Seit Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes im Juli 2017 hat der Landkreis Northeim 18 Anmeldebescheinigungen an Prostituierte ausgegeben.

Das sagte Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer auf HNA-Anfrage. Das bedeutet aber nicht, dass im Landkreis lediglich 18 Frauen oder Männer als Prostituierte arbeiten. Denn die erteilte Anmeldebescheinigung gilt für das gesamte Bundesgebiet.

Zum anderen ist die Dunkelziffer in diesem Bereich extrem hoch, heißt es seitens der Northeimer Polizei. Viele Frauen und Männer wollen nämlich nicht, dass ihre Namen in irgendwelchen Akten auftauchen oder sie irgendwo registriert werden.

Dass sie sich damit am Rande der Legalität bewegen, stört die meisten Prostituierten nicht. „Mit diesem Gewerbe ist eben immer noch viel Geld zu verdienen“, betont ein Polizist, der für den Bereich Prostitution zuständig ist.

Prostitution: Ausweis mit Fake-Namen möglich

Im Gegensatz zu früher, als die Polizei zusammen mit dem Zoll für Kontrollen in dem Gewerbe zuständig war, obliegen die Kontrollen mit dem neuen Gesetz den jeweiligen Kommunen, also dem Landkreis Northeim. „Die wurden da richtiggehend ins kalte Wasser geschubst“, so der Polizist weiter. Kontrollen gestalten sich auch deswegen schwierig, weil sich die Prostituierten sogar unter Alias-Namen anmelden können und einen entsprechenden Ausweis mit diesen Fake-Namen erhalten.

Dieses Video ist Teil der Plattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Auch die jetzt vorgeschriebene Gesundheitsberatung erzielt nach seiner Auffassung nicht den gewünschten Effekt. „Es handelt sich lediglich um eine Beratung der Prostituierten, nicht um eine Untersuchung. Dadurch kann eine ansteckende Krankheit nicht festgestellt werden“.

Zuhälter werden immer mehr zu Maklern

Eine große Rolle spielen laut Polizei auch im Landkreis Northeim noch heute die Zuhälter. „Obwohl das heute vielmehr Makler sind, die Wohnungen oder Zimmer gegen einen festen Preis an die Frauen vermieten, die dort ihrem Gewerbe nachgehen“.

Auch im Werra-Meißner-Kreis haben wir nachgefragt: In einem anderen Artikel lesen Sie, dass dort aktuell 14 Personen offiziell als Prostituierte ihr Geld verdienen

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