Anlieger wollen kein Baugebiet

Vorsorglicher Protest gegen neue Häuser in Hammenstedt

Protest gegen Bebauung: Die Anlieger der Straße „Bei der Erdbeerwiese“ wollen nicht, dass auf dem angrenzenden Acker neue Häuser gebaut werden.
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Protest gegen Bebauung: Die Anlieger der Straße „Bei der Erdbeerwiese“ wollen nicht, dass auf dem angrenzenden Acker neue Häuser gebaut werden.

In Hammenstedt machen Anlieger der Straße „Bei der Erdbeerwiese“ gegen eine mögliche Bebauung auf dem angrenzenden Acker östlich ihrer kleinen Stichstraße Front. Ihre Bedenken waren jetzt Thema in der letzten Sitzung des Ortsrats – allerdings zunächst ohne ein greifbares Ergebnis.

Hammenstedt - Der Sprecher der Erdbeerwiesen-Anlieger, Mathias Oehlke, der in der Sitzung nicht angehört wurde, war im Anschluss trotzdem ganz zufrieden. Denn auf die Bereitstellung von Bauland auf dem Acker warten noch eine ganze Reihe von Hindernissen, zu deren Überwindung „noch viel Wasser die Rhume hinabfließen dürfte“, so Oehle.

Außerdem sei nicht klar, dass der Acker an der Erdbeerwiese tatsächlich als Baugebiet ausgewiesen werde, weil in Hammenstedt aktuell noch zwei weitere Areale in Betracht kommen. „Unser Protest ist vorsorglich“, so Oehlke.

Aber der Reihe nach: Ortsbürgermeister Dieter Markus (SPD) berichtete, acht junge Familien hätten beim Ortsrat den Wunsch geäußert, in ihrem Heimatort Häuser zu bauen.

Drei Areale kämen für Bauplätze infrage, so Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD): der Bereich an der Erdbeerwiese, einer am Friedhofsweg und einer im Bereich der Straße „In der Worth“.

Knackpunkt sei, dass nur noch 3800 Quadratmeter als Bauplätze bereitgestellt werden dürfen, unter anderem, weil Innen- vor Außenentwicklung gehe. Ortsbürgermeister Markus hatte bereits Kontakt zu privaten Erschließungsträgern aufgenommen, weil die zuerst beauftragt werden müssen.

Ergebnis: Zwei haben auf die Anfragen gar nicht reagiert, drei weitere haben mit dem Hinweis abgewunken, dass selbst die ursprünglich ins Auge gefassten 6500 Quadratmeter zu klein und damit nicht wirtschaftlich seien.

Jetzt bestehe noch die Möglichkeit, dass die Stadt die Erschließung übernehme. Dafür müsste sie aber einen zehnprozentigen Eigenanteil tragen, den sie nicht auf die Bauwilligen umlegen könne, sagte Simon Hartmann.

Und daran habe die Stadt wegen der Haushaltsbelastung wenig Interesse. Hartmann forderte den Ortsrat auf, die „politische Entscheidung“ zu treffen, welches Gebiet denn nun bebaut werden könne. Eine Meinungsbildung dazu verschob der Ortsrat aber, schließlich sei am Sonntag Kommunalwahl und der Ortsrat werde sich neu zusammensetzen.

Gleichwohl gab es in der Ortsratssitzung einige Einschätzungen zum Erdbeerwiesen-Protest. Ortsratsmitglied Manfred Westphal (UWH) sagte, er halte den Acker nicht für geeignet. „Wir haben genug andere Ecken, die man bebauen kann.“ Rainer Mosch (UWH) erinnerte an die Auflagen, die die Anlieger an der Erdbeerwiese Ende der 1990er Jahre erhalten hatten, als sie dort ihre Häuser gebaut haben: Sie mussten laut Mosch einen acht Meter breiten Streifen am Rand zum Acker erwerben, durften ihn aber nicht bebauen.

Darauf ging Anlieger Oehlke auch in seinem Schreiben an den Ortsrat ein: „Dieser Öko-Grünstreifen machte fast 25 Prozent der Fläche der Gesamtgrundstücke aus, musste aber mit dem vollen Baulandpreis bezahlt werden, obwohl er nicht zum Bauen genutzt werden durfte.“

Mit dieser Auflage habe man damals einen sanften Übergang von der Bebauung in die Feldmark schaffen wollen.   (zhp)

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