1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim
  4. Northeim

Orchester und Solisten rockten die Waldbühne vor 1000 Zuschauern

Erstellt:

Von: Axel Janßen

Kommentare

Auf der Waldbühne: Das Orchester von Rock the Opera, hier mit Frontline-Sängerinnen Leane Jarvis (London), brachte Stimmung in die Reihen vor der Bühne.
Rock und Klassik auf der Waldbühne: Das Orchester von Rock the Opera, hier mit Frontline-Sängerinnen Leane Jarvis (London), brachte Stimmung in die Reihen vor der Bühne. Verkauft worden waren für dieses Konzert nur die „Parkett“-Plätze und die waren gut besetzt. Einige Zuschauer zog es aber doch auf die Ränge im fast 7000 Plätze bietenden Bühnenrund. © Axel Janßen

Die Klassik-Rock-Show „Rock the Opera“ unterhielt mit einem Best-of-Programm gut 1000 Zuschauer auf der Northeimer Waldbühne.

Northeim - Das Publikum freute sich bestens über Dampfhammer-Rock mit Klassik-Einsprengsel. Seit 2015 tourt das 1995 gegründete und auf Film- und CD-Einspielungen spezialisierte Prague Philharmonic Orchestra jährlich mit einem rockigen Programm durch Europa.

Bekannte Rock- und Heavy Metal-Songs, psychedelischer Sound von Pink Floyd und einige wenige aktuelle Songs mit kraftvollem Gitarren- und Schlagzeugsound, unterstützt von einem eher kleinen klassischen Orchester – das ist ein zugkräftiges Konzept, das auch in Northeim bestens zog.

Zwar war die Waldbühne anders als bei Konzerten der Show in Florenz oder Wien nicht ausverkauft, aber die Zuschauer im großen Rund kamen durchaus auf ihre Kosten – vor allem die Frontline der Show zeigte sich gut aufgelegt und stimmgewaltig.

Nach zurückhaltendem Beginn mit Led Zeppelin und „Stairway to Heaven“ zog Dirigent und Orchestergründer Friedemann Riehle die Zügel an, der Sound wurde bei „Surrender“ von Rainbow druckvoller. Und spätestens bei Deep Purple´s „Smoke on the Water“ hatte Sänger Maky aus Prag das Publikum auf seiner Seite. Dazu spielte sich Gitarrist Rony Janecek redlich an den Soli von Gitarren-Gott Ritchie Blackmore ab, was selbst eingefleischten Fans Respekt abnötigte.

Eher den Insidern bekannt war, dass hinter dem Orchester mit Sina Drums eine junge Kölner Schlagzeugerin solide und unaufdringlich den Takt vorgab. Auf Youtube folgen der 23-Jährigen schon 1,3 Millionen Fans auf ihrem Kanal, ihre professionellen Videos haben bis zu 60 Millionen Aufrufe. Ein Solo von ihr wäre sicherlich interessant gewesen.

Nach gut 45 Minuten durfte an den Theken Nachschub geholt werden, bevor es im zweiten Teil mit „Shine on your crazy Diamond“ von Pink Floyd zu Queen und AC/DC überging. Da stand bei „Thunderstruck“ schon das Publikum vor den Stühlen, das Angus Young sicher schon in den 1980ern gefeiert hat.

Nach dem Queen-Evergreen „We are the Champions“ mit lautstarker Unterstützung des Publikums gab es noch einmal das oft unterschätzte „Under Pressure“ als Zugabe – leider versteckte sich der hervorragende Bassist hinter dem Orchester –, bevor es noch einmal mit „You Shook Me All Night Long“ laut wurde.

Die Profis aus Prag beließen es trotz viel Applaus bei zwei Zugaben, aber letztlich freuten sich auch die hart gesottensten Fans im fortgeschrittenen Alter über pünktlichen Schluss.

Für die Waldbühne und die Region ein voller Erfolg, der nach einer Wiederholung in ein paar Jahren ruft. Dirigent Friedemann Riehle wird sicherlich auch dann ein überzeugendes Programm finden. (Axel Janßen)

Auch interessant

Kommentare