Gilt nur für professionellen Verkauf

Rätsel um EU-Richtlinie: Keine Zutatenliste beim Dorffest-Büfett erforderlich

Northeim. Organisatoren von Dorf- und Vereinsfesten können aufatmen: Beim Kuchenbüfett müssen künftig nicht alle Inhaltsstoffe der Lebensmittel aufgelistet werden. Das hat die Europäische Kommission jetzt klargestellt.

Mehrere Medien hatten berichtet, dass die neue Lebensmittelverordnung (LMIV 1169/2011), die am 13. Dezember in Kraft tritt, Vereinen und Ehrenamtlern das Leben schwer machen könnte.

Wenn zum Beispiel freiwillige Helfer bei Kirchen-, Schul- oder Dorffesten Kuchen verkaufen, Suppe kochen oder Würstchen braten, müssen diese Lebensmittel nach wie vor nicht nach den europäischen Vorschriften gekennzeichnet werden. Anders sieht es für Bäcker oder Schlachter aus. Bei loser Ware wie Brötchen oder Wurst müssen künftig alle Inhaltsstoffe deklariert werden, die Allergien auslösen können. Bisher galt das nur für verpackte Ware im Supermarkt.

„Ziel ist es, den Verbraucherschutz zu verbessern“, erklärt Elke Sandfoss von der niedersächsischen Landwirtschaftskammer. Bisher sei in Deutschland aber noch nicht geregelt, wie diese Kennzeichnung auszusehen habe. Ob Verbraucher künftig zu jedem Brötchen eine Zutatenliste bekommen oder ob ein Aushang in der Ladentheke genügt, müssen jetzt die Bundesländer entscheiden. Solange das nicht passiert ist, gilt das EU-Recht.

Überwacht wird die Umsetzung von den Landkreisen. Zusätzliche Kontrollen soll es in Northeim aber nicht geben, sagt Pressesprecher Dirk Niemeyer: „Unsere Lebensmittelkontrolleure achten bei den regulären Kontrollen auf die Einhaltung der Bestimmungen. “ Die Innungen seien um Aufklärung bemüht und würden ihre Betriebe bereits informieren. „Wir gehen davon aus, dass ein Aushang an der Theke genügt“, sagt Niemeyer. Aus Verbrauchersicht sei die neue EU-Verordnung zu begrüßen.

Von Julia Schwekendiek

 

Hintergrund

14 Stoffe müssen deklariert werden

Bei allen Lebensmitteln, die von Lebensmittelunternehmern verkauft werden, müssen künftig Angaben zu Stoffen gemacht werden, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können. Das gilt für verpackte und lose Waren gleichermaßen.

14 Stoffe müssen deklariert werden: Gluten, Sellerie, Krustentiere, Eier, Fisch, Nüsse, Lupine, Milch, Weichtiere, Senf, Erdnüsse, Soja, Sesamsaat sowie Schwefeloxid und Sulfite.

Zudem müssen auf verarbeiteten Lebensmitteln die Nährwerte angegeben werden. Ferner muss vorverpacktes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch künftig mit einer Herkunftsangabe versehen werden. Die LMVI 1169/2011 wurde bereits am 25. Oktober 2011 verabschiedet. (jus)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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