Sie rettet einem Jungen wohl das Leben

Ramona Jasmin Schirmer spendete Stammzellen für Elfjährigen

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Ein Brief und Blumen als Dankeschön: Auch nach der Spende hält die Deutsche Stammzellspender-Datei Kontakt zu ihren Spendern, erzählt Ramona Jasmin Schirmer.

Parensen. Bei Bluterkrankungen wie Leukämie hilft oft nur eine Stammzelltransplantation. Ramona Jasmin Schirmer aus Parensen hat uns von ihrer Spende erzählt.

Als der Anruf kam, zögerte Ramona Jasmin Schirmer keine Sekunde. „Für mich war sofort klar, dass ich das machen muss“, sagt sie. Vor sieben Jahren hatte sie sich bei einer Typisierungsaktion als Stammzellspenderin registrieren lassen. Einem elfjährigen Jungen aus Kroatien rettet das jetzt womöglich das Leben.

Als Kinderkrankenschwester auf der Intensivstation der Göttinger Uni-Klinik ist die 26-Jährige aus Parensen den Umgang mit schwer kranken kleinen Patienten gewöhnt. Doch die Stammzellspende, das sei etwas ganz Besonderes, sagt sie. „Ich würde es jederzeit wieder machen, obwohl mich die OP zwei Wochen außer Gefecht gesetzt hat. Es ist schon toll, wenn man jemandem allein mit seinen Körperzellen helfen kann.“

Mitte März teilte ihr die Deutsche Stammzellspender-Datei (DSD) mit, dass sie als Spenderin infrage kommt. Zunächst musste ihr Blut aber noch genauer untersucht werden. Nach wenigen Wochen dann die Nachricht: Die Gewebemerkmale stimmen perfekt überein. Weitere Untersuchungen folgten. Am 7. Juli war es dann schließlich soweit.

Obwohl Stammzellen heutzutage auch aus dem Venenblut des Spenders gewonnen werden können, entschied sich Schirmer für eine klassische Knochenmarkspende. Dabei werden Stammzellen durch eine Punktion des Beckens gewonnen.

„Eine Stunde hat der Eingriff gedauert“, erzählt die 26-Jährige. Drei Tage wurde sie stationär in der Medizinischen Hochschule Hannover aufgenommen. Von ihrem Arbeitgeber wurde sie in dieser Zeit freigestellt - die Kosten übernimmt die DSD.

Unter Vollnarkose wurden rund 500 Milliliter Knochenmarkblut aus dem Beckenknochen abgesaugt. Die Menge richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten. Dazu wurde der Beckenkamm rechts und links der Wirbelsäule mit einer Nadel punktiert.

Heute erinnern Ramona Jasmin Schirmer nur noch zwei kleine Narben an die OP. Zwei Wochen war sie krank geschrieben, weil sie sich durch die Schmerzen nicht richtig bewegen konnte. „Aber das war halb so schlimm“, sagt sie. „Was sind schon zwei Wochen Krankschreibung gegen ein Leben, das man damit retten kann?“

Als Kind war ihr Bruder an Krebs erkrankt, deshalb weiß sie genau, was diese Diagnose für eine Familie bedeutet. Von Arbeitskollegen, Freunden und der Familie erfährt sie viel Anerkennung für die Stammzellspende.

In Deutschland können sich Spender und Empfänger nach zwei Jahren kennenlernen. In Kroatien ist eine Kontaktaufnahme grundsätzlich verboten. „Ich wüsste gerne, ob der Junge wieder gesund wird“, sagt Ramona Jasmin Schirmer und hofft, dass ihr die DSD diese Nachricht irgendwann überbringen kann.

www.deutsche-stammzellspenderdatei.de

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