Hans-Erich Tannhäuser soll Seminare in Personalführung absolvieren

Rat: Bürgermeister braucht Nachhilfe bei Personalführung

Foto Archiv

Northeim. Die Northeimer Kommunalpolitik reagiert auf massive Kritik am Führungsstil von Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser.

Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser soll Seminare in Personalführung absolvieren. Diese Aufforderung hat der Northeimer Rat nach HNA-Informationen in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen.

Außerdem fasste der Rat den Beschluss, wegen zahlreicher Vorwürfe wegen des Verhaltens des Bürgermeisters gegenüber Rathaus-Mitarbeitern den Landkreis in seiner Eigenschaft als Kommunalaufsicht einzuschalten.

Sollte der Landkreis zum Ergebnis kommen, dass er disziplinarrechtlich nicht gegen Tannhäuser vorgehen muss, spricht der Stadtrat dem Bürgermeister aber eine Rüge wegen seines Verhaltens gegenüber seinen Mitarbeitern aus.

Der Rat stützt sich dabei auf Stellungnahmen des Personalrates der Stadtverwaltung und des Betriebsarztes. Diese waren eingeholt worden, nachdem im Februar ein anonymes Schreiben an den Ratsvorsitzenden Wolfgang Haendel aufgetaucht war. Darin wurden Vorwürfe gegen Tannhäuser erhoben, dessen Verhalten gegenüber Mitarbeitern sei nicht akzeptabel.

Die Stellungnahmen, die der HNA vorliegen, stützen die in dem anonymen Schreiben erhobenen Vorwürfe. Auch die CDU, die im Frühjahr daraufhin kritisiert hatte,, Tannhäuser sei mit seinem Amt überlastet, kann sich bestätigt fühlen.

So schreibt der Betriebsarzt, dass seit Mitte 2014 insgesamt 17 Mitarbeiter aus allen Hierarchie-Ebenen der Stadtverwaltung wegen des Führungsstils des Bürgermeisters zu betriebsärztlichen Beratungen bei ihm gewesen seien.

Der Personalrat schreibt, dass sich seit Tannhäusers Amtsantritt im Herbst 2013 das Klima stetig verschlechtert habe: „Über den sogenannten Flurfunk haben wir erfahren, dass insbesondere der Führungsstil des Bürgermeisters, der dazu neigt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht seiner Meinung sind, lautstark einzuschüchtern, mit ursächlich für die Mitarbeiter-Unzufriedenheit ist.“

Das sagt der Bürgermeister: 

Tannhäuser antwortete schriftlich: „Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen hat mir der Rat der Stadt Northeim weder in der nichtöffentlichen Sitzung vom 21. April 2016 noch in der nichtöffentlichen Sitzung am 18.08.2016 die Möglichkeit gegeben, persönlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Lediglich im Anschluss an die nichtöffentliche Sitzung am 18. August 2016 wurde mir vom Ratsvorsitzenden Herrn Haendel der Beschluss des Rates mitgeteilt, gegen mich unter anderem beim Landkreis Northeim ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Ich werde daher bis zum Abschluss des laufenden Verfahrens vorerst zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen keine öffentliche Stellungnahme abgeben und das Ergebnis der Einleitungsbehörde abwarten.“

Schon zu den in dem anonymen Schreiben vom Februar gegen ihn erhobenen Vorwürfen hat Tannhäuser keine Stellungnahme abgegeben.

Gegenüber dem Rat hatte er auf Aufforderung nur schriftlich in zwei Sätzen geantwortet: „Zu dem anonymen Schreiben kann ich keine Stellung nehmen. Eventuell darin erhobene Vorwürfe weise ich als unbegründet zurück.

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