Rathaussturm zum Kita-Streik

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Gleich geht’s los: Eltern und Kinder haben sich zum Rathaussturm vor der Northeimer Stadtverwaltung versammelt.

Northeim. Anlässlich des Streiks in den städtischen Kindertagesstätten hatte das Northeimer Rathaus am Freitagmorgen Besuch von Kindergartenkindern und ihren Eltern.

Fünf grimmig dreinschauende Kinder. Darüber in krakeliger großer Schrift das Wort „gemein!“ und darunter als Kleingedrucktes der Hinweis „(Scheiße darf man ja nicht sagen...)“: So sieht die Postkarte aus, die am Freitagmorgen in großer Zahl in der Northeimer Stadtverwaltung persönlich von den Absendern abgegeben wurde.

Hintergrund für die ungewöhnliche Aktion, bei der Eltern und Kindergartenkinder das Rathaus „stürmten“, um die Karten direkt dem Northeimer Bürgermeister zu übergeben, ist der gestern begonnene Streik der Erzieherinnen und Erzieher in den kommunalen Kindertagesstätten.

In dem auf der Karte abgedruckten Text solidarisieren sich die Eltern mit dem streikenden Kindergartenpersonal. Sie fordern den Northeimer Verwaltungs-Chef auf, sich beim Kommunalen Arbeitgeberverband dafür einzusetzen, dass für die Fachkräfte in den Kindertagesstätten die von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhobenen Forderung nach einer Tariferhöhung um zehn Prozent umgesetzt werden. Nach Ansicht der Eltern ist es dringend notwendig, die pädagogische Arbeit des Kindergartenpersonals aufzuwerten.

Dieser Meinung ist auch der Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser. „Grundsätzlich unterstütze ich diese Forderungen, und ich habe natürlich Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern“, sagte der Verwaltungs-Chef.

Allerdings seien zur Lösung dieser Problematik politische Entscheidungen auf Landes- oder Bundesebene nötig. „Wenn die Gesellschaft der pädagogischen Arbeit den ihr zustehenden Stellenwert einräumen will, muss sie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dies auch von den kleineren Kommunen bezahlt werden kann.“

Eine pauschale zehnprozentige Tarifanhebung für dass Kita-Personal ist nach Einschätzung Tannhäusers von großen Städten viel leichter zu verkraften, da die Gesamtkosten für die Kinderbetreuung dort einen geringeren Anteil am Gesamtbudget darstellen. „Wir hier in Northeim müssten uns darüber Gedanken machen, wo wir an anderer Stelle Geld einsparen können.“

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