Premierenvorbereitungen, obwohl das Aufführungsdatum coronabedingt wackelt

Raue See für das Theater der Nacht in Northeim

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Proben für die Premiere: Hinter den Kulissen des Theaters der Nacht konzentriert man sich in der Zwangspause auf das neue Stück „Auf rauer See“, das eigentlich am 8. Mai zum ersten Mal aufgeführt werden sollte. 

Northeim – Premiere oder nicht Premiere – das ist im Theater der Nacht jetzt die Frage, denn eigentlich sollte am Freitag, 8. Mai, das Stück „Auf rauer See“ zum ersten Mal aufgeführt werden.

Doch derzeit ist nicht auszuschließen, dass die zunächst bis zum 19. April wegen der Corona-Pandemie vom Land Niedersachsen verfügte Schließung von Kultureinrichtungen verlängert wird.

Da der Spielbetrieb ruht, konzentriert man sich hinter den Kulissen auf die Proben für das neue Stück. „Wir wünschen allen, dass sich durch die Maßnahmen das Virus langsamer verbreitet“, sagt Ruth Brockhausen, die zusammen mit ihrem Mann Heiko das Theater leitet.

.„Allerdings müssen wir die Kosten und Einnahmeverluste für die nicht gespielte Veranstaltungen selbst tragen, denn die Hilfen, die Land und Bund bereitstellen, beziehen sich nicht auf ausgefallene Veranstaltungen.“ Da es sich bei er Corona-Krise um höhere Gewalt handele, trügen rein rechtlich zwar die Zuschauer das finanzielle Risiko für bereits gezahlte Tickets, sagt Ruth Brockhausen. „Aber das deckt sich natürlich nicht mit unserer Auffassung als Theatermacher, denn wir möchten ja für unser Publikum spielen.“

Deshalb bittet das Theater der Nacht, die für den Zeitraum vom 19. März bis 19. April gekauften Karten aufzubewahren. „Sobald wir wieder öffnen dürfen, können diese Karten für eine andere Vorstellung eingelöst werden“, kündigt Brockhausen an. „Leider können wir die Karten aber nur eins zu eins eintauschen, das heißt, Karten, die zum Beispiel für eine Vorstellung mit Büfett gekauft wurden, können auch nur gegen Vorstellungen mit Büfett eingetauscht werden. Restguthaben können wir weder einlösen noch auszahlen.“ Brockhausen ist froh, dass einige Stammgäste bereits ihre Solidarität unter Beweis gestellt haben und dem Theater die bereits bezahlten Karten als Spenden überlassen haben. „Das hilft uns sehr, diese Zeit überstehen, und für das gesamte Theaterteam wäre es eine große Erleichterung, wenn möglichst viele Gäste diesem Beispiel folgen würden.“ Auf Wunsch werde man auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

Neben den Proben beschäftigt sich das Team derzeit damit, eine Möglichkeit zu finden, in der Zwangspause über das Internet den Kontakt zum Publikum zu halten. „Wir recherchieren gerade, was man da machen kann“, sagt Brockhausen. Es gebe Überlegungen, gegen Spenden kleinere Szenen im Internet zu übertragen, aber im Moment sei noch nicht klar, ob das so möglich ist.

Brockhausen: „Bis zur hoffentlich bald wieder möglichen Öffnung des Theaters lautet unsere Botschaft an alle: Bleiben Sie gesund, geben Sie Acht auf sich und auf andere – und freuen Sie sich mit uns auf ein gesundes und fröhliches Wiedersehen nach der Krise.“ 

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