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Reanimation per Telefon hat sich im Kreis Northeim fast verdreifacht

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Von: Kathrin Plikat

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ARCHIV - Adrian Ebert (medizinischer Tutor,l) und Michael Wolf (Lehrkoordinator) demonstrieren am 30.09.2015 die Reanimation an einer Übungspuppe im Universitätsklinikum Halle/Saale (Sachsen-Anhalt), aufgenommen mit Zoomeffekt. (zu dpa "Bei Herzstillstand werden Ersthelfer immer häufiger zu Rettern" vom 11.09.2017) Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Die Zahl der Reanimationen per Unterstützung am Telefon ist im Landkreis Northeim stark gestiegen (Symbolbild). ©  Jan Woitas/dpa

Die Zahl der angeleiteten Reanimationen per Telefon ist im Landkreis Northeim massiv gestiegen. Das hat die Kreisverwaltung auf HNA-Anfrage mitgeteilt.

Northeim - Waren es 2019 noch 38 sogenannte Telefon-Reanimationen, so liegt die Zahl im abgelaufenen Jahr 2021 bei 102. Die Einsatzleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst des Landkreises unterstützt seit 2012 Ersthelfer durch die Telefonreanimation. Dabei wird der Anrufer angeleitet, eine Person mit Herz-Kreislauf-Stillstand durch Herz-Druckmassage wiederzubeleben.

Laut Bundesgesundheitsministerium wurde 2020 bei nur 40 Prozent solcher Notfälle die Reanimation durch Laien begonnen. „Diese Zahl wollen wir im Landkreis Northeim weiter erhöhen und so aktiv mithelfen, Leben zu retten“, betont Kai Reichelt, Leiter der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst.

In drei Fällen kam laut Landkreis im vergangenen Jahr zudem ein automatisierter, externer Defibrillator (AED) zum Einsatz. Die Leitstelle erfasst diese Geräte im Landkreis in einem zentralen Kataster und kann bei Bedarf einem Anrufer den nächsten Standort mitteilen.

Selten sind Reanimation im Kreisgebiet übrigens nicht: In 250 Fällen wurde beim Absetzen eines Notrufs eine notwendige Reanimation erkannt, in 148 Fällen, so der Landkreis, war eine Anleitung nicht nötig oder leider nicht mehr möglich.

Auch die Feuerwehren im Kreis Northeim hatten 2021 alle Hände voll zu tun: Sie rückten zu 1863 Einsätzen aus. Die Gesamtzahl teilt sich auf in 1211 Hilfeleistungen zum Beispiel nach Verkehrsunfällen sowie 652 Brandeinsätzen.

„Die Statistik macht deutlich, dass die Zahl der Brände, insbesondere im heimischen Bereich, seit Beginn der Corona-Pandemie spürbar abgenommen haben“, so Kreisbrandmeister Marko de Klein. Zurückzuführen sei das auf das vermehrte Arbeiten im Home-Office.

Die Zahl der durch die Disponenten der Einsatzleitstelle beantworteten Anrufe ist dagegen gestiegen: Es gab 69 812 Anrufe über den Notruf 112, 2021 waren es 63 783.

Zur Jahresstatistik 2021 gehören unter anderem 219 Rettungshubschrauber-Einsätze (Vorjahr 220), 5109 Notarzteinsätze (5072) und 440 (353) sogenannte Schwerlast-Einsätze – also Einsätze mit stark übergewichtigen Patienten. Es gab 32 Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen (23), 2069-mal wurde der Notruf 112 missbräuchlich gewählt. Die Einsatzleitstelle des Landkreises in Northeim ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt.  (kat)

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