Noch nicht überall sind Regen- und Schmutzwasser voneiander getrennt

Northeim muss in sein Kanalnetz investieren

Die Straße Rückingsanger in Northeim.
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Hier liegt noch ein gemischtes Kanalsystem: Das Foto zeigt die Straße Rückingsanger in Northeim. Hier und im benachbarten Schlachthausweg sollen die Bagger 2023 anrücken.

Die Stadt Northeim hat den „Falscheinleitungen“ von Niederschlagswasser in die Schmutzwasserkanalisation den Kampf angesagt.

Northeim – Bis 2027 will der städtische Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung (Eba) alle Straßen in der Kernstadt und den Ortschaften – mit Ausnahme eines Restteils der Fußgängerzone mit einem Trenn-Kanalsystem für Schmutz- und Niederschlagswasser versehen.

Hintergrund ist laut Olaf Hagenow, technischer Leiter des Eigenbetriebs, dass das Wasserhaushaltsgesetz schon 2009 das Prinzip der Mischkanalisation (gemeinsame Ableitung von Regen- und Schmutzwasser) untersagt hat.

Der Landkreis als Aufsichtsbehörde habe eine Übergangsfrist bis Ende 2026 gewährt. Eine Ausnahme gebe es nur für die historische Northeimer Innenstadt. Das Programm des Eba sieht einen Mehrjahresplan vor, in dem letztendlich bis Ende 2026 elf fehlende Straßenzüge in Northeim, aber auch die gesamte Ortschaft Berwartshausen und auch Grundstücke rund um den Northeimer Münsterplatz mit einem neuen Regenwasserkanal ausgestattet werden.

Olaf Hagenow, der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Abwasser.

Das bedeutet aber auch, dass die Eigentümer von mindestens 175 Grundstücken hinterher dafür sorgen müssen, dass das Regenwasser von ihren Hausdächern und Grundstücken auch in den neuen Niederschlagswasserkanal eingeleitet wird. Das kann dann schon mal einige tausend Euro kosten.

Eigentümer könnten sich dabei auch der von der Stadt beauftragten Firmen bedienen, um die Anschlüsse nebst einem neuerdings für alle Rohrgrößen zwingend nötigen Kontrollschacht herstellen zu lassen. Es soll stets auch Anliegerversammlungen geben.

Zuerst anrücken sollen die Bagger im kommenden Jahr auf dem Northeimer Münsterplatz, wo im Zuge der Platzumgestaltung neben der Neuverlegung des Regenwasserkanals auch die über 100 Jahre alten Schmutzwasserkanalrohre erneuert werden sollen. Die 160.000 Euro teuren Planungsleistungen sind laut Hagenow vergeben. Ebenfalls 2022 werde die Suadicanistraße, danach der Schlachthausweg und Rückingsanger mit Trennkanal versehen.  (Axel Gödecke)

In diesen Straßen wird bald gebaut

Die Trennung der letzten Mischkanäle in Northeim erfolgt in Etappen. 2022: Sudicanistraße, Münsterplatz/Am Münster; 2023: Schlachthausweg, Rückingsanger; 2024: Johann-Strauß-Straße und Schubertstraße; 2025: Lucas-Cranach-Straße, Albrecht-Dürer-Straße und Christoph-Friese-Straße; 2026: Hangweg sowie Teile der Ernst-August-Straße und der Brahmsstraße. Die Ortskanalisation in der Ortschaft Berwartshausen soll 2023 komplett saniert werden. (goe)

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