Geht ein Oscar an den Harz? Regisseur aus Eisdorf nominiert

Erfolg noch nicht realisiert: Regisseur und Produzent Patrick Vollrath aus Eisdorf am Harz. Fotos:  privat/nh

Eisdorf/Wien. Der 30-jährige Regisseur Patrick Vollrath aus Eisdorf ist mit seinem Kurzfilm "Alles wird gut" für Auszeichnung in Los Angeles nominiert.

Als Kind wollte Patrick Vollrath aus Eisdorf, einem Dorf bei Bad Grund, Pilot werden. Oder Fußballstar. „Pilot fand ich dann noch nicht mehr so toll und für den Fußballstar war ich nicht talentiert genug“, erzählt der 30-Jährige am Freitag. Heute ist er Regisseur und hat gute Chancen, Ende Februar in Los Angeles einen Oscar für seinen Kurzfilm „Alles wird gut“ zu bekommen.

Seit Donnerstag weiß Vollrath, dass er von der amerikanischen Filmakademie in Los Angeles für den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ nominiert wurde.

Positiv geschockt 

Spielt den Vater: Schauspieler Simon Schwarz.

Ganz allein hat der 30-jährige am Donnerstag in seiner Wohnung in Wien die Pressekonferenz der Filmakademie in Los Angeles im Internet verfolgt. Als plötzlich sein Name fiel, war der Eisdorfer erstmal „positiv geschockt“.

„Das ist echt schwierig zu verstehen“, sagt er. Vollraths erste Reaktion nach der Verkündung: „Ich habe meine Mutter in Eisdorf angerufen. Aber die ist nicht ans Telefon gegangen.“ Später stellte sich heraus, dass sie vor Aufregung nicht mehr auf den Anruf ihres Sohnes warten wollte und in den Keller gegangen war, um sich bei irgendeiner Arbeit abzulenken.

Interview-Marathon 

„Zum Glück habe ich aber meinen Vater erreicht. Na ja, die Freude war auf jeden Fall riesengroß.“ Donnerstagabend hat er seinen sensationellen Erfolg mit Freunden, Filmteam und Schauspielern bei nach seinen Worten „einigen Gläsern Bier“ gefeiert. Darum musste er Freitagvormittag auch erstmal ausschlafen. Ab mittags folgte dann ein wahrer Interview-Marathon. „Mein Telefon hört gar nicht mehr auf, zu klingeln“.

Seit November wusste Vollrath bereits, dass er in Los Angeles auf der sogenannten „Shortlist“ mit zehn möglichen Nominierten stand. „Die Chance stand halt fifty-fifty.“ So ganz unerfahren ist der 30-Jährige in Sachen roter Teppich und Oscar-Verleihung übrigens nicht: Bereits im vorigen Sommer wurde er in Los Angeles mit dem Studenten-Oscar in Bronze für “Alles wird gut“ geehrt. „Ich dachte, das ist schon der Zenith. Mehr geht nicht. Und jetzt das“, ist ihm die Aufregung am Freitag noch immer anzuhören.

Verliehen werden die Oscars Ende Februar, Patrick Vollrath will schon zehn Tage vorher mit seinem Team nach Los Angeles fliegen, „um die ganze Oscar-Atmosphäre so richtig aufzusaugen.“

Die Tochter im Film: Julia Pointner (8)

Zum Film gekommen ist Vollrath übrigens durch den Film „Titanic“: Als der Streifen 1997 in die Kinos kam, war der Eisdorfer gerade mal zwölf Jahre alt. „Ich war total fasziniert. Und ich glaube, da war mir klar, dass ich auch zum Film will“, erzählt er heute lachend.

Doch bis dahin sollten noch einige Jahre vergehen: Nach dem Abitur in Osterode machte er in München eine Ausbildung zum Film- und Videoeditor, arbeitete zunächst als Cutter und begann 2008 sein Studium an der Filmakademie in Wien. Der jetzt nominierte Film „Alles wird gut“ ist übrigens seine Abschlussarbeit.

Viel prämierter Film 

Der 30-Minüter über einen Wochenendvater (Simon Schwarz), der seine achtjährige Tochter Lea (Julia Pointner) heimlich außer Landes bringen will, wurde 2015 bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Oscar-Nominierung stellt nach seinen Worten natürlich die Krönung für das bereits vielprämierte Vater-Tochter-Drama dar, bei dem Vollrath Regie, Drehbuch, Produktion und Schnitt verantwortete.

Der Kurzfilm

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