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Rekordnachfrage bei Heizungsbauern im Landkreis Northeim nach Wärmepumpen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Hand mit Werkzeug vor einer Heizungsanlage
Gasheizungen sind angesichts steigender Energiepreise im Moment nicht mehr gefragt. Viele Hauseigentümer möchten sie jetzt durch Wärmepumpen ersetzen. © Mönkemeyer, Niko

Die Heizungsbauer im Landkreis Northeim können sich im Moment vor Aufträgen nicht retten.

Northeim – Wie Horst Medecke, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Northeim-Einbeck auf HNA-Nachfrage bestätigte, verzeichnen die Betriebe derzeit eine Rekordnachfrage.

„Aufgrund der staatlichen Förderung von energiesparenden Investitionen in Gebäude hatten wir schon im vergangenen Jahr sehr viel zu tun. Aber die steigenden Energiepreise durch den Krieg in der Ukraine haben dazu geführt, dass inzwischen so viele Anfragen kommen, dass wir sie nicht mehr bewältigen können“, sagt Medecke. Erschwerend hinzu kämen außerdem die Lieferprobleme und der Fachkräftemangel.

Porträt Horst Medecke
Horst Medecke, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik © Niko Mönkemeyer

„Insbesondere für langfristige Bauvorhaben der öffentlichen Hand können wir keine Angebote mehr abgeben, da unsere Lieferanten nur noch feste Preise für Produkte angeben, die innerhalb von zwölf Wochen lieferbar sind“, betont Medecke. „An Ausschreibungen für Bauprojekte, die erst im November beginnen, können wir uns gar nicht mehr beteiligen, weil wir einfach nicht wissen, wie wir kalkulieren sollen.“

Auch beim privaten Wohnungsbau wirft die aktuelle Entwicklung laut Medecke die Pläne von so manchem Bauherren über den Haufen – und damit auch die Bestellungen des beauftragten Heizungsbauers, denn der muss unter Umständen den bereits bestellten Gaskessel wieder stornieren, weil der Kunde jetzt doch lieber sein neues Eigenheim mit einer Wärmepumpe beheizen möchte.

Auch viele Eigentümer, die ihre Häuser bis jetzt mit Öl oder Gas geheizt haben, wollen sich laut Medecke aktuell möglichst schnell von ihren alten Heizungsanlagen trennen. Diese wollen sie durch Pelletheizungen oder Wärmepumpen ersetzen, um den steigenden Kosten für diese fossilien Brennstoffe zu umgehen und die attraktiven staatlichen Fördermöglichkeiten zu nutzen. „Die Förderung für eine Wärmepumpe beträgt 35 Prozent“, so Medecke. „Und wer seine Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt bekommt sogar 45 Prozent Förderung.“

Wärmepumpen arbeiten mit einer Flüssigkeit, die schon bei niedrigen Temperaturen verdampft. Die Energie für den Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand wird der Umwelt entzogen. Der entstehende Dampf wird anschließend mit Strom in einem Kompressor verdichtet und aufgeheizt, sodass er Wärme an die Heizung abgeben kann und wieder flüssig wird. Dann beginnt der Kreislauf von vorn. Nur ein Viertel der Heizenergie wird mit Strom erzeugt. (Niko Mönkemeyer)

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