Rentner war mit Marihuana erwischt worden

Amtsgericht verurteilt 68-jährigen Northeimer zu Bewährungsstrafe

Die Statue einer Frau ist vor blauen Himmel zu sehen, sie hält eine Waage in der linken Hand.
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Symbolbild: Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Acht Monate Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. So lautete jetzt das Urteil des Amtsgerichts Northeim im Prozess gegen einen 68-Jährigen, der nach Ansicht des Gerichts sich des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge schuldig gemacht hat.

Northeim – 174,22 Gramm Haschisch hatten sechs Polizisten mithilfe eines Drogenspürhundes im Oktober 2019 in der Wohnung des Rentners sichergestellt. Mit einem THC-Gehalt von 30,4 Gramm, wurde die nicht geringe Menge um das Vierfache überschritten, die Grenze liegt bei 7,5 Gramm.

Vorgeworfen wurde dem 68-jährigen Northeimer neben Besitzes auch der Handel mit Betäubungsmitteln. Ein 53 Jahre alter Bekannter hatte ihn bei der Polizei angezeigt, weil er mitbekommen habe, dass der Rentner Drogen an Minderjährige verkaufe. Der 53-Jährige sagte als Zeuge vor Gericht aus, dass er mehrere Kilo Haschisch in der Wohnung des Angeklagten gesehen habe. Auch ein männlicher Minderjähriger soll bei dem 68-Jährigen ein und aus gegangen sein. Laut Aussage des Angeklagten seien die rund 170 Gramm die größte Menge gewesen, die er je besessen habe. Den Großteil davon habe er erst einen Tag vor der Wohnungsdurchsuchung in Göttingen gekauft.

Während er den Drogenbesitz sofort zugab, stritt er den Handel ab. Die gesamte Menge sei lediglich für den Eigenbedarf bestimmt, da er bereits seit mehreren Jahren unter starken Schmerzen leide und ihm der Konsum Linderung verschaffe. Eine Bescheinigung seiner Ärztin bestätigte seine Krankheit. Mehrere Versuche, Marihuana auf Rezept zu bekommen, seien nach Aussage des Angeklagten gescheitert.

Aufgrund zahlreicher widersprüchlicher Aussagen erwies sich der Zeuge als nicht glaubwürdig. Zwar gebe es laut Richter Dr. Martin Rammert Hinweise darauf, dass der Angeklagte auch Handel betrieben habe, dieser konnten anhand der Zeugenaussage jedoch nicht belegt werden.

Letztlich wurde der 68-Jährige nur wegen Drogenbesitzes verurteilt. Aufgrund dessen, dass es sich bei Haschisch um eine weiche Droge handle und der Angeklagte diese zur Schmerzmedikation konsumierte, wurde der Sachverhalt als minderschwerer Fall betrachtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine achtmonatige Freiheitsstrafe, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden sollten, und eine Spende in Höhe von 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation gefordert. Die Verteidigung hatte auf sechs Monate Freiheitsstrafe ohne Geldstrafe plädiert.

Letztlich folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft, verzichtete wegen der schlechten finanziellen Situation des Rentners aber auf eine Geldstrafe.   (lea)

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