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Forderung: Retter müssen auch im Landkreis Northeim besser geschützt werden

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Von: Kathrin Plikat

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Böller und Raketen gegen die Polizei: In vielen deutschen Städten, wie hier in Berlin, kam es zu Angriffen auf Rettungskräfte. Darüber wird auch im Kreis Northeim diskutiert.
Böller und Raketen gegen die Polizei: In vielen deutschen Städten, wie hier in Berlin, kam es zu Angriffen auf Rettungskräfte. Darüber wird auch im Kreis Northeim diskutiert. © Julius-Christian Schreiner/TNN/dpa

Die Bilder mit Angriffen durch feiernde Menschen auf Rettungskräfte in der Silvesternacht in mehreren deutschen Großstädten schockieren noch immer. Wir haben Polizei und Feuerwehr im Kreis Northeim zu den Ereignissen der Silvesternacht befragt.

Northeim - Im Landkreis Northeim verlief der Jahreswechsel überwiegend friedlich, hatte die Polizei mitgeteilt. Allerdings gab es in der Silvesternacht in Northeim einen Vorfall, der vor allem die Polizei weiter beschäftigen wird: Ein 18-Jähriger hatte in der Rückingsallee nach bisherigen Ermittlungen mehrmals mit einer Schreckschusswaffe auf einen Streifenwagen der Polizei geschossen (HNA berichtete).

Der 18-Jährige aus dem Bereich Northeim ist der Polizei bereits wegen mehrerer anderer Delikte bekannt und muss sich jetzt strafrechtlich unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Bedrohung verantworten. Laut Polizei handelt es sich rückblickend auf die Silvesternacht bei dieser Tat um einen Einzelfall. Weitere Vorfälle mit anderen Einsatzkräften von Rettungsdienst oder Feuerwehr wurden bisher nicht angezeigt.

Auch wenn die Schussabgabe in Richtung Polizei in Northeim verhältnismäßig glimpflich ausgegangen ist, betont Polizeioberrätin Maren Jäschke, Leiterin der Polizeiinspektion Northeim: „Wer eine Schreckschusswaffe auf Polizisten richtet, muss damit rechnen, dass die Polizeikräfte die Waffe als „echte“ Waffe bewerten und sie darauf entsprechend reagieren.“

Zum jetzt bundesweit diskutierten Böllerverbot als eine Konsequenz aus den Ereignissen der Silvesternacht sagt Jäschke: „Ein vollständiges Böllerverbot hätte zwar aus anderen Gesichtspunkten wie beispielsweise Umweltschutz, Entlastung der Krankenhäuser und Feuerwehren durch weniger Böller-Verletzte und weniger fahrlässige Brände nachvollziehbare gesellschaftliche Vorteile, es würde aber Einzelfälle, bei denen Personen bewusst die Konfrontation mit der Polizei suchen, nach unserer Einschätzung kaum verhindern.“

Auch die Kreisfeuerwehr Northeim hat sich zur Silvesternacht geäußert: „Der Vorfall in der Northeimer Rückingsallee zeugt von einer gänzlich neuen Eskalationsstufe der Gewalt gegen Einsatzkräfte“, sagt Sprecher Konstantin Mennecke. Hinsichtlich des Böllerverbots betont er, dass dadurch nicht die Gewaltbereitschaft gegen Rettungskräfte verschwinde. Vielmehr müsse diskutiert werden, wie man Retter ganzjährig schützen könnte. (kat)

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