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Einbeck: Rettung für viele Rehkitze

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Von: Kathrin Plikat

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Rettung vor dem drohenden Mähtod: In einem großen Büschel Gras wird ein Rehkitz vor dem Mähwerk aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nach dem Ende des Mähens wird es wieder freigelassen..
Rettung vor dem drohenden Mähtod: In einem großen Büschel Gras wird ein Rehkitz vor dem Mähwerk aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nach dem Ende des Mähens wird es wieder freigelassen.. © Jägerschaft Einbeck

Der Einsatz hat sich gelohnt: Mitglieder der Jägerschaft Einbeck und des Kitz-K.L.U.B in Dassel haben mithilfe ferngesteuerter Drohnen und Wärmebildkameras in diesem Jahr viele Kitze vor dem Mähtod gerettet.

Einbeck - Das Fazit der ersten Rettungssaison fällt laut Mitteilung der Jägerschaft damit sehr positiv aus, heißt es in einer Pressemitteilung. Jedes Jahr im Mai und Juni werden beim Mähen landwirtschaftlicher Wiesen unzählige Säugetiere und am Boden brütende Vögel von Mähwerken getötet, sagt Tomas Fuchs, Presse-Obmann der Jägerschaft Einbeck.

Um das zu verhindern, seien Wiesen-Nutzer dazu verpflichtet, die Flächen vor dem Mähen abzusuchen. „Das wurde in der Vergangenheit nicht überall ernst genommen“, so Fuchs.

Um das Tierleid zu minimieren, habe die Jägerschaft Einbeck zwei Drohnen gekauft, an denen Wärmebildkameras montiert wurden. Weil zwei Drohnen für das große Gebiet der Jägerschaft Einbeck und das enge Zeitfenster der Mäh-Phase laut Fuchs jedoch zu wenig sind, wurde in Dassel der Kitz-K.L.U.B. gegründet, der ebenfalls zwei Drohnen beschaffte.

So konnten in diesem Jahr zahlreiche Landwirte bei der Kitzsuche unterstützt werden: Die Jägerschaft hat laut Mitteilung an 27 Einsatztagen 209 Wiesen mit einer Fläche von 438 Hektar abgesucht, der Kitz-K.L.U.B. an 11 Einsatztagen 38 Wiesen mit einer Fläche von 162 Hektar. „Insgesamt wurden mehrere Dutzend Rehkitze vor den Mähwerken in Sicherheit gebracht“, so Fuchs.

Die Jägerschaft freut sich über die tolle Zusammenarbeit mit den Landwirten und dem Kitz-K.L.U.B: „Wir sind begeistert vom Enthusiasmus, mit dem die Piloten und Mitglieder der verschiedenen Drohnen-Teams bei der Sache gewesen sind. Immerhin haben viele Einsätze morgens zwischen 4 und 5 Uhr begonnen. Und in mancher Woche im Mai und Juni waren manche Teams an vier oder fünf Tagen schon vor Beginn ihrer Arbeit oder vor der Schule im Einsatz“, berichtet Fuchs.

Bei diesen Einsätzen sei aber auch deutlich geworden, dass rund um die Kitzsuche noch mehr Aufklärung nötig sei. So hätten die Teams wiederholt beim Sonnenaufgang Wiesen abgesucht, die dann erst nachmittags gemäht wurden. Fuchs: „In der Zwischenzeit hätten Rehe in diese Wiesen ziehen und ihre Kitze dort ablegen können. Deshalb wird am besten direkt nach der Suche gemäht.“ In anderen Fällen hätten Landwirte mittags entschieden, dass sie nachmittags mähen wollen und sich gewundert, dass angesichts der nötigen Vorbereitungen, hoher Außentemperaturen oder der fehlenden Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten kurzfristig keines der ehrenamtlichen Teams fliegen konnte.

Laut Fuchs werden mindestens 48 Stunden Vorlaufzeit für die Planung und Organisation benötigt. Auch sei es den Drohnen-Teams wichtig, dass es keinen Anspruch darauf gibt, dass die freiwilligen Helfer kommen und Wiesen absuchen. Es gebe noch viele andere Möglichkeiten, wie Landwirte die Tiere schützen können. Für die nächste Saison im kommenden Jahr soll die Koordination weiter verbessert werden, heißt es weiter: In diesem Jahr seien die Teams oft „kreuz und quer“ zu verschiedenen Flächen gefahren, das habe unnötig Zeit und Energie verbraucht.

Und: Für die kommende Saison wünschen sich beide Vereine mehr freiwillige Helfer. Interessierte können Kontakt aufnehmen per Email an kitzrettung@Jaegerschaft-Einbeck.de sowie an kitzklub@gmail.com sowie über Facebook.   (kat)

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