Neuer Bedarfsplan sieht aber mehr Wagen vor

Rettungswache in Northeim soll geschlossen werden

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Wird geschlossen: Die Rettungswache der Johanniter an der Berliner Allee in Northeim. Der Rettungsdienst in Northeim wird dann nur noch vom DRK sichergestellt.

Northeim. In Northeim gibt es eine Rettungswache zu viel. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das der Landkreis für die Aktualisierung des Rettungsdienst-Bedarfsplans in Auftrag gegeben hatte.

Deswegen soll zum 1. Juli eine der zwei Northeimer Rettungswachen geschlossen werden. Das wird die von den Johannitern betriebene Wache sein. Übrig bleibt die DRK-Wache, die Johanniter werden im Gegenzug die DRK-Rettungswache in Einbeck übernehmen.

Das ist ein Fazit aus dem überarbeiteten Bedarfsplan für den Rettungsdienst, den der Kreistag am Freitag beschließen soll. Die Krankenkassen hätten bereits grünes Licht gegeben, sagte Erster Kreissrat, Dr. Hartmut Heuer. Auch die Rettungsorganisationen seien einverstanden. Dr. Heuer: „Ich bin froh, dass sich DRK und Johanniter untereinander so geeinigt haben.“

Ein weiteres Ergebnis der neuen Bedarfsplanung sei, dass es kreisweit zwei zusätzliche Rettungswagen samt Besatzungen geben wird. Diese würden in Northeim (DRK) und wahrscheinlich in Nörten (ASB) stationiert. Im Gegenzug falle ein Krankenwagen weg, weil man festgestellt habe, dass Rettungs- und Krankenwagen oft falsch eingesetzt wurden. Zudem gebe es vermehrt private Transportdienste.

„Mit dann kreisweit elf Rettungswagen wird die Qualität der Notfallversorgung deutlich verbessert“, ergänzte der Kreisrat und freute sich, dass die Kassen die jährlich entstehenden Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro akzeptiert hätten. Insgesamt gibt der Landkreis jährlich 11,4 Millionen Euro für die Vorhaltung des Rettungsdienstes aus.

Etwas tun soll sich innerhalb der nächsten drei Jahre auch an den Standorten der Rettungswachen. So schreibt die Planung dem DRK den Neubau einer Wache am Westrand Northeims (Sollingtor) vor. Die Johanniter sollen eine neue Wache am Westrand Einbecks bauen. Die Baukosten bekämen die Rettungsorganisationen über Abschreibungen mittelfristig von den Krankenkassen ersetzt. 

Eine Wache auch in Uslar

Aus Kostengründen wird zum 1. Juli auch eine von zwei Rettungswachen in Uslar geschlossen, sagte Heuer. Der ASB werde sich auf den Standort Nörten konzentrieren, in Uslar-Bollensen verbleibt die DRK-Wache.

Hintergrund

Grund für die Neuplanung der Rettungswachen-Standorte im Landkreis ist laut des Ersten Kreisrats Dr. Hartmut Heuer, dass ein Rettungswagen spätestens in 15 Minuten den Einsatzort erreichen müsse. Das vom Landkreis in Auftrag gegebene Gutachten sei zu dem Schluss gekommen, dass die Hilfsfrist im Nordwesten des Kreisgebiets (Raum Dassel/Fredelsloh) nicht eingehalten werden könne. Deshalb müssten die Rettungswachen in Einbeck und Northeim mittelfristig an die westlichen Stadtränder verlegt werden.

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