Auch im Alter mobil

Im Bus mit dem Rollator: Diese Tricks helfen Senioren

Jonny Schmidt-Wilke (links) und Inge Köhler zeigen wie es geht: Ältere Menschen sollten sich im Bus nicht auf den Rollator setzen, sondern ihn mit angezogenen Bremsen entgegen der Fahrtrichtung abstellen. Die Plätze in der Mitte des Busses sind für Senioren gut geeignet. Fotos: Schwekendiek

Northeim. Bis ins hohe Alter mobil zu sein, ist für Senioren heutzutage sehr wichtig. Immer mehr ältere Menschen sind mit einem Rollator unterwegs. „Mit ein paar Tricks ist auch das Busfahren ganz leicht“, sagt Michael Neugebauer vom Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN).

„Die Zahl unserer älteren Kunden mit Rollator wird stetig größer“, so Neugebauer, der beim VSN dem Arbeitskreis Senioren angehört. Seit einiger Zeit bietet der VSN deshalb spezielle Trainingseinheiten für Senioren an. So bekommen sie Sicherheit im Umgang mit ihrem rollenden Gefährt.

AN DER HALTESTELLE

Senioren, die im Bushäuschen an der Haltestelle warten, können vom Busfahrer leicht übersehen werden. „Viele winken mir deshalb zu“, erzählt Herbert Rode, der seit 25 Jahren für das Northeimer Busunternehmen Weihrauch Uhlendorff am Steuer sitzt. „Man muss sich bemerkbar machen“, bestätigt Janina Ternedde, die sich beim VSN um die Belange von Senioren kümmert.

EINSTEIGEN

Wer mit dem Rollator oder einem Rollstuhl unterwegs ist, darf hinten in den Bus einsteigen. Neuere Fahrzeuge haben inzwischen oft eingebaute Rampen, die der Fahrer bei Bedarf ausklappen kann. Viele Busse lassen sich zum Bordstein hin absenken. „An immer mehr Haltestellen werden hohe Bordsteine gebaut, damit gar keine Stufe mehr entsteht“, sagt Ternedde.

Wer etwas länger für den Ein- und Ausstieg benötigt, muss sich keine Sorgen machen, dass er zwischen den schließenden Türen eingeklemmt wird. „Es gibt Sensoren, die das verhindern“, erklärt sie.

DIE BUSFAHRT

Rückwärts aussteigen: So besteht keine Gefahr, dass der Rollator abstürzt. Das braucht ein bisschen Übung, gibt aber Sicherheit.

Bevor der Bus abfährt, sollten Senioren sich einen sicheren Sitzplatz suchen. „Der Rollator ist dafür ungeeignet. Er kann wegrollen oder in einer Kurve umkippen“, weiß Jonny Schmidt-Wilke. Die Seniorin ist fast jeden Tag mit ihrer Gehhilfe und dem Bus unterwegs. Gut geeignet sind Sitzplätze in der Mitte des Busses. Rollstühle und Rollatoren müssen gegen die Fahrtrichtung abgestellt und mit der Bremse gesichert werden.

„Ich achte darauf, dass alle sicher sitzen, damit bei der Fahrt nichts passiert“, sagt Busfahrer Rode. Deshalb könne auch immer nur eine bestimmte Anzahl Gehhilfen im Bus mitgenommen werden. „Bei mehr als vier Rollatoren wird es schwierig“, sagt er und appelliert an all seine Fahrgäste - auch die jüngeren -, auf-einander zu achten und Rücksicht zu nehmen.

AUSSTEIGEN

Wer unsicher auf den Beinen ist, sollte solange sitzen bleiben, bis der Bus steht. Dann gilt: Umdrehen, rückwärts einen Schritt auf die Straße und den Rollator nachziehen. „Er kann leicht vornüber kippen, wenn man ihn zuerst rausschiebt“, weiß Jonny Schmidt-Wilke. Busfahrer Rode hat selbst schon erlebt, dass eine Seniorin dabei gestürzt ist. „Man braucht ein bisschen Übung, dann ist es aber ganz leicht und sicher“, bestätigt Schmidt-Wilke.

Von Julia Schwekendiek 

Weitere Infos zum Seniorentraining: Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN), Janina Ternedde, Tel. 05 51/5 06 84 38

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