Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet

Rotaviren im Landkreis Northeim auf dem Vormarsch

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Rotaviren im Landkreis Northeim auf dem Vormarsch

Der Rotavirus hat im Landkreis Northeim grassiert. Wie die Kreisverwaltung bestätigte, sind in diesem Jahr bis zum 23. Juni bereits 107 diagnostizierte Fälle registriert worden.

Im gesamten Jahr 2018 sind laut der Krankenkasse IKK classic, die sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts beruft, im Landkreis nur 17 Infektionen mit dem Virus gezählt worden. „Dies ist ein Verlauf, der in den letzten Wochen etwas höher liegt als der Mittelwert seit 2003“, teilte Kreis-Pressesprecherin Sina Beutner weiter mit.

Die Erkrankung trete saisonal gehäuft auf. In der Regel sei die Zahl der Fälle in den Monaten Februar bis April am höchsten. Inzwischen habe sie wieder abgenommen. Rotaviren lösen starken Brechdurchfall aus. Die Erkrankung ist seit 2001 meldepflichtig, weil sie vor allem wegen des massiven Flüssigkeitsverlusts für Säuglinge und Kleinkinder lebensgefährlich sein kann.

Vor allem Kleinkinder gefährdet

Erbrechen und Durchfall setzen plötzlich und heftig ein, auch Bauchkrämpfe und Fieber können auftreten. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meistens milder und ist nur für chronisch Kranke und ältere Menschen riskant.

Gefährdet sind laut Gesundheitsamt vor allem Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Ihnen fehlt die Immunität, die durch wiederholte Rotavirusinfektionen aufgebaut wird. Bis zum Alter von drei Jahren haben sich 90 Prozent aller Kinder mit dem Virus infiziert, bis zum 5. Lebensjahr fast alle. Ab dem 60. Lebensjahr nimmt die Erkrankungshäufigkeit wieder zu.

Auch niedersachsenweit ist der Virus auf dem Vormarsch. Mit 2964 Infektionen wurden bis zum 23. Juni mehr als doppelt so viele Erkrankungen erfasst wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Mit Ausnahme von Thüringen und Sachsen gibt es laut IKK classic bundesweit eine Zunahme, so dramatisch wie in Niedersachsen sei sie sonst aber nur in Brandenburg und Berlin. 

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