Rotavirus-Infektionen auf dem Vormarsch: Fälle in Niedersachsen verdoppelt

Northeim. Die Zahl der Rotavirus-Infektionen in Niedersachsen hat sich im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Auch im Kreis Northeim gab es etliche Fälle.

Darauf hat die Krankenkasse Barmer hingewiesen und wirbt damit für die kostenlose Schluckimpfung für Babys gegen die Durchfallerkrankung.

In den ersten drei Monaten 2017 wurden dem Robert- Koch-Institut 1260 Rotavirus-Infektionen aus Niedersachsen gemeldet, im selben Zeitraum des Vorjahres waren es nur 590, betont Barmer-Landesgeschäftsführerin Heike Sander.

Das Landesgesundheitsamt in Hannover bestätigt die Angabe. Pressesprecher Holger Scharlach beruhigt aber zugleich. Die Erkrankungszahlen lägen trotzdem unter dem Mittelwert zurückliegender Jahre. 2016 sei die Zahl nur besonders niedrig gewesen. Der Höhepunkt der Rota-Virenwelle sei auch bereits überschritten. Habe es in der letzten Märzwoche noch 167 übermittelte Fälle landesweit gegeben, so sank die Wochenzahl der Neuerkrankungen Ende April auf 112.

Das Haupt-Erkrankungsgebiet lag im Raum Cuxhaven/Stade. Im Kreis Northeim stieg die Zahl von Rotavirus-Infektionen ebenfalls. Laut Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer wurden dem Gesundheitsamt in diesem Jahr bislang 19 Fälle gemeldet. Im Jahr zuvor waren es im ersten Quartal nur acht und im gesamten Jahr 32. Die Sprecherin der Northeimer Helios-Klinik, Stephanie Beumer, und der Chef des Northeimer Ärztevereins, Dr. Christian Steigertahl, vermelden keine vermehrten Behandlungszahlen.

Trotzdem raten Experten auch hier zur vorbeugenden Impfung, die allerdings nur für Säuglinge wirksam und damit sinnvoll ist. Bei größeren Kindern und Erwachsenen nimmt die Erkrankung in der Regel keinen so schweren Verlauf, weil das Immunsystem schon mehrfach mit den Erregern konfrontiert wurde und dementsprechend trainiert sei. Geimpfte Säuglinge seien zwei bis drei Jahre geschützt. „Genau die Zeit, in der eine Infektion besonders schwer verlaufen kann,“ betont Heike Sander. 

Rotavirius: Kleine Kinder besonders betroffen

Rotaviren werden als Schmierinfektion übertragen. Die Erkrankung geht in fast allen Fällen mit Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Fieber einher. Kleine Kinder sind besonders oft und stark betroffen. 90 Prozent aller Kinder erkranken in den ersten drei Lebensjahren. Davor warnt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA). 

Vor allem Säuglinge können in einen bedrohlichen Flüssigkeitsmangel geraten. In Deutschland müssen jährlich 20.000 Kinder aufgrund einer Rotaviren-Infektion sogar im Krankenhaus behandelt werden. Das NLGA empfiehlt eine Schluckimpfung , die im Alter von sechs bis zwölf Wochen begonnen werden sollte. Je nach Impfstoff sind zwei oder drei Impfungen im vierwöchigen Abstand nötig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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