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Rübenernte im Landkreis Northeim unterm Schnitt

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Von: Niko Mönkemeyer

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Zuckerrübenberg im Vordergrund und alte Zuckerfabrik im Hintergrund
Die Zeiten, in denen Zuckerrüben noch in der im Hintergrund zu sehenden Northeimer Zuckerfabrik verarbeitet wurden, sind schon lange vorbei. Das Foto ist aber erst kürzlich entstanden, denn Rüben werden nebenan immer noch angebaut. © Niko Mönkemeyer

Klimawandel und Agrarpolitik belasten Landwirte

Northeim – Hoffnungsvoll gestartet, aber am Ende dann doch für alle Beteiligten enttäuschend – so kann man die jetzt abgeschlossene Ernte der Zuckerrüben im Landkreis Northeim zusammenfassen.

Laut Manuel Bartens, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Landvolk Northeim-Osterode, haben sich damit die Befürchtungen bewahrheitet, dass der zu Beginn der diesjährigen Kampagne festgestellte hohe Zuckergehalt der Rüben mit bis zu 19 Prozent am Ende unter dem Strich nicht den Verlust an Masse ausgleichen könnte.

Manuel Bartens Geschäftsführer Landvolk
Manuel Bartens Geschäftsführer Landvolk © Landvolk Northeim-Osterode

„Auch wenn es zum Ende der Ernte noch einmal Regen gegeben hat und auf den Feldern in Sachen Wachstum noch mal etwas passiert ist, hat es für eine zufriedenstellende Ernte leider nicht gereicht“, beschreibt Bartens die aktuelle Situation.

Hätten die Zuckerrüben anbauenden Betriebe im Zuständigkeitsbereich des Kreisbauernverbandes mit ihren Ergebnissen am Anfang noch über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gelegen, so seien diese dann zum Jahresende hin unter diesen Durchschnitt gesunken.

Die unbefriedigenden Ernteerträge seien auf die großen trockenen Phasen zurückzuführen, in denen nur punktuell Regen gefallen sei. Erneut hätten die Landwirte erleben müssen, dass es keinen flächendeckenden und lange anhaltenden Landregen gegeben habe, sondern dass es an einem Ort heftig geregnet habe, während im direkten Nachbarort kein Tropfen gefallen sei.

Der Klimawandel ist aber nach den Worten von Bartens derzeit nicht der Hauptgrund dafür, dass viele Landwirte jetzt bei ihren Planungen für die kommenden Jahre darüber nachdenken, den Anbau von Zuckerrüben einzustellen.

„Für die Rübenbauern ist die aktuelle Agrarpolitik derzeit ein viel größeres Problem“, betont Bartens. „Die zunehmenden Einschränkungen für die Betriebe im Bereich des Pflanzenschutzes durch die neuen gesetzlichen Regelungen machen ihnen die Arbeit schwerer. Was wir daher bräuchten wäre ein anderes politisches Klima, mit dem die Bauern leben können.“

In diesem Jahr wurden im Landkreis Northeim auf 5247 Hektar Fläche Zuckerrüben angebaut. Laut Mitteilung der Landwirtschaftskammer Northeim liegt die Zuckerrübe damit hinter dem Winterweizen (20 404 Hektar) auf Platz zwei. Silomais einschließlich Energiemais wurde auf 4564 Hektar angebaut, Wintergerste auf 4218 Hektar und Winterraps auf 3857 Hektar. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug in diesem Jahr 59 164 Hektar. (Niko Mönkemeyer)

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