Salafismus beschäftigt Polizei in Northeim-Osterode immer stärker

Northeim. In Sachen Salafismus hat es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Northeim-Osterode in der Vergangenheit mehrere Überprüfungsfälle gegeben.

Sie stellen den Koran über alle weltlichen Gesetze und verteufeln die Sitten der Ungläubigen und der Unfrommen: Salafisten. Etwa 400 Verfechter der radikalsten Ausprägung des Islamismus leben laut Verfassungsschutz aktuell in Niedersachsen.

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Wie sieht es im Landkreis Northeim aus? Gibt es salafistische Strömungen auch hier? Südniedersachsen ist keine „Hochburg“ wie Braunschweig oder Wolfsburg - aber: „Es hat schon Überprüfungsfälle gegeben“, so Uwe Breuer vom Fachkommissariat Staatsschutz. Und: Salafismus sei ein Tätigkeitsfeld, das immer größer wird.

Die Polizei bekommt Hinweise in sozialen Netzwerken, ermittelt dort auch selbst. „Wir prüfen dann, ob eine Gefahrenlage vorliegt, recherchieren im Umfeld und suchen die betreffende Person auf“, so Uwe Breuer. Hinweise erhalte die Polizei ab und an auch aus den Reihen der Flüchtlinge in Südniedersachsen. Im Fokus der Ermittler stehen aber vor allem Jugendliche, die sich im Internet oder bei Facebook zum Beispiel für den sogenannten Islamischen Staat (IS) oder sogenannte Hassprediger wie die beiden Deutschen Sven Lau oder Pierre Vogel interessieren.

Rund 50 Hassprediger verbreiten deutschlandweit derzeit ihre Thesen unter anderem im Internet. „Und die wissen genau, wie sie die Jugend ansprechen müssen und was Jugendliche heute wollen“, sagt Klaus Hartwig, ebenfalls Ermittler beim Staatsschutz. Und: „Da geht es um Leitfiguren, um Ruhm und Erfolg. Der IS hat da inzwischen sehr gute Propagandamittel.“

Darum seien Aufklärung und Prävention so wichtig, so Hartwig. Er hält zum Beispiel Vorträge über Salafismus vor Lehrern, um diese für das Thema zu sensibilisieren. Zudem arbeite die Polizei eng mit der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Northeim zusammen. Es gebe andere Gemeinden, mit denen die Zusammenarbeit nicht so intensiv ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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