36 Hausbesitzer wollen mitmachen

Innenstadt-Sanierung in Northeim: Schub durch Eigentümer

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Auch in Northeims Innenstadt gibt es leere Läden: Die Stadtsanierung soll helfen, die City fit für die Zukunft zu machen. Dabei ist auch der Umbau von Ladenlokalen in attraktive Wohnungen im Fachwerkumfeld ein Mittel der Wahl.

Northeim. Mindestens eine neue Groß-Investition in der Northeimer Innenstadt innerhalb der nächsten zwei Jahre: Das ist das Ziel, das sich das Beratungsbüro Rudnick für die Innenstadtsanierung gesetzt hat.

Das Hannoveraner Büro hat für die Stadt Northeim das City-Management zur Begleitung der Stadtsanierung übernommen.

Das am Mittwoch in der Sitzung des Sanierungsausschusses vorgestellte Konzept setzt auf die Eigentümer. Sie sollen in einer Standortgemeinschaft den Schub für den Start der Stadtsanierung bringen.

Citymanager Alexander Rudnick lobte vor 25 Zuhörern im Bürgersaal das große Engagement der Northeimer Hausbesitzer in der Innenstadt. Von den 311 Eigentümern, die mit Fragebögen angeschrieben worden seien, hätten immerhin 71 geantwortet. Sie verfügten über 98 Immobilien in der City.

36 davon seien sogar bereit, sich aktiv für die Innenstadt zu engagieren und in einer Eigentümergemeinschaft miteinander Ideen zu entwickeln. Rudnick: „Das ist überdurchschnittlich gut im Vergleich zu anderen Städten, die wir betreuen und das ist ein richtiges Pfund, mit dem wir in Northeim beginnen können.“

Rudnick möchte die Standortgemeinschaft der Northeimer City-Eigentümer noch im Oktober ins Laufen bringen. Darin vertreten sein soll auch ein hochrangiger Vertreter der Stadtverwaltung als Bindeglied zwischen Eigentümern, Verwaltung und Rat.

Aus den zurückgekommenen Fragebögen lässt sich nach Worten des Citymanagers ersehen, dass der Laden-Leerstand für die Eigentümer das größte Problem in der Innenstadt darstellt.

Eine Folgerung daraus: Ladenlokale sollten vermehrt in Wohnraum umgebaut werden. Neben Senioren, die gern in der Innenstadt wohnen wollen, gebe es als potenzielle Interessenten durchaus auch junge Familien oder junge Manager, die das Wohnen im kleinstädtischen Fachwerkhaus attraktiv finden. 

25 Millionen reichen nicht

Die für Northeim vom Land zugesagten 25 Millionen Euro an Städtebauförderungsmittel für die nächsten zehn Jahre werden laut Stadtmanager Alexander Rudnick nicht ausreichen, um die Northeimer Altstadt rund um die Fußgängerzone wieder zu einer lebendigen und attraktiven Innenstadt werden zu lassen. Dafür sein ein viel höherer zweistelliger Millionenbetrag nötig, der auch von privater Seite aufgebracht werden müsse. Da seien natürlich wieder die Eigentümer gefragt. 

Stadtbildprägende Gebäude 

Auf Nachfrage aus dem Zuhörerkreis der Sitzung betonte der Citymanager, dass Fördergeld vorrangig für die Sanierung stadtbildprägender Gebäude nach Northeim fließen werde. Dafür gebe es bereits eine mit dem Land abgestimmte Vorschlagsliste von 13 Gebäuden. Diese sei aber nicht für immer festgeklopft und könne sicher auch nachjustiert werden. 

Bauamt Ansprechpartner

Es lohne sich deswegen sicher für jeden innerstädtischen Eigentümer im Sanierungsgebiet, der in seine Immobilie investieren wolle, sich bei der Stadt im Bauamt zu melden. Ansprechpartner ist Bauingenieur Christian Gebehenne, der die Stadtsanierung federführend koordiniert und auch über mögliche andere Fördertöpfe informieren kann.

 Als Aufgaben, um die sich die neu zu gründende innerstädtische Eigentümer-Gemeinschaft natürlich in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Stadtmarketing und den Ratsgremien kümmern sollte, nannte Rudnick:

 • die Komplettierung des Handelsbesatzes durch Ansiedlung neuer Läden (Rudnick: „Dabei wird es wegen der vielen neuen Märkte am Stadtrand kaum gelingen, einen Lebensmittelanbieter für die Innenstadt zu gewinnen), 

• die Umnutzung von leer stehenden Läden zum Beispiel in Wohnnutzung,

 • Marketingaktionen zur Belebung der Innenstadt, und zwar nicht nur große Feste, sondern auch viele kleinere Kundenaktionen in der Woche, die Frequenz bringen,

 • die Neugestaltung und eventuell auch Verkleinerung der Fußgängerzone (Rudnick: „Die Eigentümer sind sich einig, hier muss etwas passieren)“,

 • die Neuordnung des Verkehrs. 

Neues Pflaster reicht nicht 

In der Gesamtschau gab der Citymanager den Northeimern den Rat, die Stadtsanierung als gemeinschaftliche Aufgabe zu betrachten, die nicht nur von der öffentlichen Hand zu bewerkstelligen sei. Rudnick: „Ein neues Pflaster zu verlegen, reicht heute nicht mehr. Der Zug ist abgefahren. Denn nachher bleiben die Läden trotzdem leer. Das sehen wir in Hameln.“ 

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