Schachbrett aus Wellpappe: Thimm-Azubis bauen Spiele-Tisch

Chefs unter sich: Thimm-Geschäftsführer Dr. Klaus Janecke (links) testete den Tisch bei einer Schachpartie gegen Laura Brasche, die in der fiktiven Azubi-Firma die Geschäftsleitung übernommen hatte. Der Tisch basiert auf einer Idee des Auszubildenden Julian Diener (hinten rechts). Foto: Schaffner

Northeim. Seit vier Wochen sind sie in der Ausbildung und schon haben sie eine eigene Firma.

Die 15 neuen Azubis des Northeimer Verpackungsherstellers Thimm haben in ihrer einmonatigen Orientierungsphase mit einem fiktiven Start-up-Unternehmen ein neuartiges Produkt hergestellt: einen vielseitig einsetzbaren Spiele-Tisch aus Wellpappe.

Bei Thimm hat es Tradition, dass sich neue Lehrlinge in den ersten Wochen ihrer Ausbildung eine eigene Firma ausdenken und eine Geschäftsidee aus Wellpappe entwickeln. Zum Abschluss der diesjährigen Eingewöhnungsphase stellten die Azubis der echten Thimm-Geschäftsleitung ihre Idee vor.

„Erst wollten wir nur eine nachhaltige Tischtennisplatte bauen“, sagt Julian Diener aus Höckelheim, der die Idee zu dem Tisch hatte. „Dann haben wir daraus einen multifunktionalen und vor allem zu 100 Prozent recyclebaren Spiele-Tisch entwickelt“, erklärt der 16-Jährige, der in der fiktiven Firma „Wavegames“ die Produktionsleitung übernommen hatte.

Dr. Klaus Janecke, Geschäftsführer für Produktion und Technik bei Thimm, testete gleich den Tisch und zeigte sich begeistert: „Das ist ein völlig realistisches Produkt“. Dass der lediglich aus Wellpappe hergestellte Spiele-Tisch auf dem Markt Chancen hätte, hält Janecke durchaus für denkbar. „Man müsste die genauen Anwendungsmöglichkeiten prüfen, aber ich könnte mir das vorstellen“, sagte er.

Auf der aus vier Lagen Wellpappe bestehenden Tischplatte kann man sowohl Tischtennis, als auch klassische Spiele von Mensch ärgere Dich nicht bis Schach spielen. „Die jeweiligen Felder lassen sich ganz einfach mithilfe eines Klettverschlusses anbringen“, sagt die Geschäftsführerin der erfundenen Azubi-Firma, Laura Brasche. Die 18-Jährige aus Krebeck absolviert bei Thimm eine Ausbildung zur Industriekauffrau.

Von der Findungsphase, als sich alle Auszubildenden bestimmte Unternehmensbereiche aufgeteilt hatten, bis zur Präsentation seien alle Teilnehmer zu einem Team zusammengewachsen. „Wir haben wie ein echtes Unternehmen funktioniert“, sagt sie nicht ohne Stolz.

Wie das Wellpappe-Geschäft theoretisch funktionieren kann, haben die 15 Auszubildenden in den Orientierungswochen also schon gelernt. Wie viel sie davon in der beruflichen Praxis umsetzen können, wird sich ab sofort zeigen. Denn nach der Produktpräsentation beginnt für die Azubis die richtige Ausbildung am echten Arbeitsplatz.

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