Windwurf in Wäldern wird schon aufgearbeitet

Sturm Niklas: Schäden überschaubar, aber Spaziergängern im Wald droht Gefahr

Gesperrt: Etliche Waldgebiet dürfen derzeit wegen der Aufarbeitung der Windbrüche nicht betreten werden. Foto: Jelinek

Northeim. Sturmtief Niklas hat in den Wäldern des Landkreises vergleichsweise geringe Schäden angerichtet. Spaziergänger sollten aber weiterhin vorsichtig sein.

Kein Vergleich mit Kyrill. Auf diesen Nenner lässt sich die Bilanz der Landesforsten für den Solling und der Verantwortlichen für die anderen Wälder im Landkreis Northeim nach dem Sturm Niklas bringen, der vorige Woche übers Land fegte.

Gleichwohl sind in den Bereichen der beiden Solling-Forstämter Neuhaus und Dassel über 20.000 Festmeter Holz umgeworfen worden, hauptsächlich Fichte, berichtet Pressesprecher Ionut Huma von den Landesforsten. Im Forstamtsbereich Dassel sind zwischen 5000 und 6000 Festmeter gefallen, im Forstamt Neuhaus 15.000 Festmeter. Es waren aber alles sogenannte Einzelwürfe, kein Windbruch in der Fläche, wie ihn Orkan Kyrill am 18. und 19. Januar 2007 verursachte. Hochgerechnet entspricht der Schaden durch Sturm Niklas fünf Prozent der Holzernte pro Forstamt im Jahr.

Die Lage sei nicht dramatisch, so Huma. Auch auf dem Holzmarkt führe das alles nicht zu Störungen. Die Forstämter arbeiten die Schäden derzeit auf. Besondere Einsätze seien nicht erforderlich, denn das Holz der Windwurf-Bäume sei nicht gefährdet, weil noch Kontakt über den Wurzelteller zum Boden bestehe. Auch Folgeprobleme mit Ungeziefer sei derzeit nicht zu befürchten. Huma richtet sich aber an Spaziergänger: Abgesperrte Waldgebiete sollten nicht betreten werden. Äste, die in Kronen hängengeblieben sind, könnten runterfallen.

Auch Förster Siegfried Arndt, zuständig für die Stadtwälder Moringen und Northeim sowie 15 Forstbetriebsgemeinschaften hauptsächlich im Bereich der Ahlsburg, spricht von einem relativ glimpflichen Ausgang.

Orkantief Niklas habe im 3200 Hektar umfassenden Betreuungsgebiet fast 5000 Festmeter Bäume umgeworfen. Große Flächen seien nicht dabei. Orkan Kyrill hatte 2007 allein im Moringer Stadtwald 16.000 Festmeter umgelegt.

Auch im waldreichen Alten Amt hat Sturm Niklas Milde walten lassen. Laut Rolf-Alexander Berlitz, Förster der Kloster-Revierförsterei Westerhof hat es im insgesamt 2300 Hektar großen Klosterforstrevier im Westerhöfer Wald 5000 Festmeter Windwurf gegeben. Das sei etwas mehr als ein Viertel des Jahreseinschlags. Berlitz: „Im Vergleich zu Orkan Kyrill ist das fast nichts. Damals hatten wir 66.000 Festmeter Windwurf.“

In der Revierförsterei Husum des Landesforstamts Reinhausen in Katlenburg sind laut Förster Henning Merten auf einer Gesamtfläche von 1300 Hektar Wald etwa 1700 Festmeter Windwurfholz zu verzeichnen. Bei Kyrill vor acht Jahren war es mehr als das Doppelte.

Lesen Sie auch:

Sturm: Baum stürzt auf Auto, Fahrer leicht verletzt

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.