Familie möchte Wohnhaus neben Sportplatz bauen

Schallgutachten für den Höckelheimer Sportplatz

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Auf dem Prüfstand: Der Betrieb auf dem Sportplatz.

Höckelheim. Geht vom Betrieb des Höckelheimer Sportplatzes eine Lärmbelastung für das benachbarte Wohngebiet aus?

Diese Frage soll nach Auffassung des Northeimer Bauausschusses im Rahmen eines sogenannten beschleunigten Verfahrens zur Änderung des Bebauungsplanes „Friedhofsgelände Höckelheim“ geklärt werden.

In seiner jüngsten Sitzung setzte sich das Gremium über den Wunsch der Verwaltung hinweg, das Verfahren, mit dem eine zusätzlich Wohnbebauung auf den Grundstücken Hackeberg 1 und 3 ermöglicht werden soll, in der Sitzung nicht zu behandeln.

Hintergrund: Bereits seit August 2015 bemüht sich die Familie Johanning aus Höckelheim bei der Stadt Northeim um eine Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus auf einem eigenen Grundstück neben dem Sportplatz. Das war aber nicht möglich, weil dies im bestehenden Bebauungsplan nicht vorgesehen ist. Im April dieses Jahres wurde jedoch eine entsprechende Bebauungsplanänderung in die Wege geleitet.

Den Wunsch der Verwaltung, das Genehmigungsverfahren zum jetzigen Zeitpunkt zu stoppen, begründete der neue Chef im Northeimer Bauamt, Lars Bredemeier, damit, dass sich bei Übernahme der Unterlagen rechtliche Bedenken ergeben hätten. Er schlug vor, das Verfahren zu stoppen und zunächst das vom Landkreis Northeim geforderte Schallgutachten einzuleiten, das unter Umständen Einschränkungen für den Sportbetrieb bedeuten könnte.

Bredemeier empfahl, erst anschließend über die Einstellung oder Fortführung des Verfahrens zu entscheiden. Dabei müsste der Sportplatz, der im derzeitigen Bebauungsplan nicht vorgesehen ist, berücksichtigt werden, um seinen Bestand zu sichern.

„Die Sache läuft seit August 2015, da muss es jetzt endlich weitergehen“, widersprach CDU-Ratsherr Christian Binnewies in der Sitzung. Die Mehrheit des Ausschusses folgte seinem Vorschlag, das Verfahren fortzusetzen. Allerdings einigte man sich darauf, ein Schallgutachten dabei jetzt einzubinden. Dass der Betrieb des Sportplatzes von Anliegern als Belastung empfunden werden könnte, schließt Binnewies aus.

Fragen an die Verwaltung 

Ratsherr Eckhard Ilsemann (FDP) sprach sich in der Sitzung dafür aus, dem Vorschlag des neuen Bauamts-Chefs zu folgen und das Verfahren zunächst zu stoppen, da es offensichtlich noch erheblichen Klärungsbedarf gebe. In einem Schreiben an die Verwaltung hat Ilsemann inzwischen um eine rechtliche Stellungnahme der Verwaltung zum Bestandsschutz des Sportplatzes gebeten.

Dass dieser nach Auffassung der Verwaltung nicht gegeben sei, könne die FDP nicht nachvollziehen. Darüber hinaus ist aus Sicht Ilsemanns weiterhin völlig unklar, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und welche Kosten entstehen, um, wie in dem Verfahren vorgesehen, eine private Fläche als Rettungsweg und Baustraße nutzen zu können.

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