Personalsituation laut Post seit Dienstag stabil

Schleppende Postzustellung: Studienplatz ist in Gefahr

Northeim. Beschwerden über die Post reißen nicht ab. Selbst Einschreiben werden nicht pünktlich zugestellt.

Die Geschichten mit der Post, die in der Region Northeim in den vergangenen Tagen und Wochen nicht oder nur gelegentlich zugestellt wurde, treibt immer neue Blüten. Einen skurrilen Fall hat Marion Teich der HNA geschildert. Ihre Tochter hätte fast ihren Studienplatz verpasst.

„Meine Tochter hat sich auf einen Studienplatz in Flensburg beworben“, schildert die Hollenstedterin ihren Fall. Die dortige Universität hatte ihr Unterlagen zugesendet, die am 8. September abgeschickt wurden. Allerdings kamen die nicht bei der Empfängerin an.

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Da Marion Teich wusste, dass die Zeit drängt, hat sie sich Anfang dieser Woche auf dem Weg zum Post-Depot in Northeim gemacht. Und siehe da: „Die Post für meine Tochter lag dort in einem großen Stapel. Ich habe sie dann auf Nachfrage bekommen.“

Die Hollenstedterin empfinden diese Situation als eine „bodenlose Frechheit“. „Wenn ich nicht nachgehakt hätte, wäre meiner Tochter der Studienplatz aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Lappen gegangen“, sagt Teich.

Der Grund: Das Antwortschreiben der angehenden Studentin muss bereits am Freitag dieser Woche in Flensburg vorliegen. Dafür muss sie noch etliche Unterlagen besorgen. Das Zeitfenster ist jetzt also mehr als eng gesteckt.

Keine Garantie

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Es kommt nach Berichten zahlreicher HNA-Leser nicht nur zu erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung, sondern damit verbunden auch beim Versand. „Ich habe im Moment also keine Garantie, dass die Post meiner Tochter pünktlich in Flensburg ankommt, selbst wenn ich diese per Einschreiben versende“, befürchtet die Hollenstedterin.

Einen solchen Fall hat es schon gegeben. Eine Leserin hatte geschildert, dass sie für diesen Schnellservice der Post, der eine Zustellung innerhalb von 24 Stunden garantieren soll und immerhin knapp zehn Euro kostet, nicht funktioniert hat. Marion Teich will jetzt sicherheitshalber zusätzlich in Flensburg bei der Uni anrufen und dort auf diese aktuell missliche Situation hinweisen, damit ihre Tochter den Studienplatz auf jeden Fall bekommt.

„Personalsituation stabil“

Post-Pressesprecher Jens Hogardt (Hamburg) hatte auf erneute Nachfrage der HNA mitgeteilt, dass die Personalsituation bei den Zustellern in der Region Northeim ab Dienstag dieser Woche als stabil angesehen werden könne. Dass sich die Post im Depot bis unter die Decke stapele, wie ein HNA-Leser berichtet hatte, sei seinen Worten zufolge nichts Ungewöhnliches, sondern eher die Regel.

Auf den speziellen Fall von Marion Teich aus Hollenstedt angesprochen sagte Hogardt, dass man nicht feststellen könne, wo auf dem Weg Zwischen Flensburg und Northeim es zu Verzögerungen gekommen sei.

Ingrid und Klaus Wilhelm aus Northeim berichten, dass sie am 8. Juli ein Päckchen nach Frankfurt in Northeim aufgegeben haben. „Das ist bis heute nicht angekommen, ein Suchauftrag blieb ohne Antwort.“

Arroganz

Gottfried Thiel aus Northeim, der am Scharnhorstplatz mehrere Unternehmen betreibt, teilt mit, dass er seit längerem weder samstags noch montags Post bekommt. „Wenn ich meinen abonnierten Spiegel mit etlichen Tagen Verspätung bekomme, ist das nicht hinnehmbar.“ Die Antworten des Postsprechers bezeichnet Thiel als „unerträgliche Arroganz“.

Ein Informant, der anonym bleiben möchte, berichtet, dass in der weiteren Region die Briefkästen sonntags nur noch teilweise oder gar nicht mehr geleert würden.

Rubriklistenbild: © dpa

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