"Überhebliches Vorgehen"

Falsche Stimmzettel: Schnedinghäuser wollen Stadtratswahl anfechten

Schnedinghausen. Schnedinghausen strebt die Wiederholung der Northeimer Stadtratswahl an. Das wurde in einer kurzfristig anberaumten Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus deutlich.

„Von der Entscheidung des Gemeindewahlausschusses und von Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser als Gemeindewahlleiter, die Wahl nicht zu wiederholen, geht das falsche politische Signal aus. Formal mag das richtig sein, aber es entsteht der Eindruck, wir sind nicht wichtig und nur Bürger zweiter Klasse", schimpfte Schnedinghausens Ortsbürgermeister Dr. Joseph Diekgerdes nach dem von knapp 40 Einwohnern besuchten Treffen.

In Schnedinghausen waren bei den Wahlen am 11. September falsche Stimmzettel ausgeteilt worden. Die Folge war, dass 80 Bürger ungültige Stimmen abgegeben hatten. Mit einer Ausnahme: Die sieben Briefwähler bekamen die richtigen Stimmzettel - ihre Stimmen sind gültig.

Gemeinde- und Stadträte in Northeim und Göttingen

Das hat eine kuriose Folge: Das Votum dieser sieben Einwohner entscheidet, welche Partei das Vorschlagsrecht für das Amt des Ortsbeauftragten bekommt, nachdem sich keine Kandidaten für einen neuen Ortsrat gefunden hatten. Nach den Worten von Diekgerdes geben dabei drei Stimmen den Ausschlag für die Freie Unabhängige Liste (FUL), die gar nicht in Schnedinghausen vertreten ist.

Verärgert sind die Einwohner insbesondere darüber, dass mit ihnen nicht vor der Sitzung des Gemeindewahlausschusses gesprochen wurde, sondern sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Der Gemeindewahlausschuss hatte seine Entscheidung damit begründet, dass die Neuwahl in Schnedinghausen nicht erforderlich sei, weil durch sie keine Veränderung des Gesamtwahlergebnisses zu erwarten sei.

Schnedinghausens Ortsbürgermeister Diekgerdes: „Diese Vorgehensweise ist aus unserer Sicht überheblich.

Schnedinghausens Ortsbürgermeister Diekgerdes hat den Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser in der Einwohnerversammlung aufgefordert, den Bürgern der Ortschaft ein juristisch wasserdichtes Einspruchsschreiben gegen die Stadtratswahl zu formulieren.

„Wir haben den Bürgermeister und den Gemeindewahlleiter um Amtshilfe gebeten.“ Diekgerdes kündigte an, dass er den Einspruch dann an die Einwohner verteilen werde. Nach den Worten Diekgerdes muss der Stadtrat in einer Sondersitzung über den Einspruch entscheiden.

Aus der teils emotional geführten Versammlung wurde zudem der Vorschlag geäußert, dass Schnedinghausen von der Stadt Northeim zur Stadt Moringen wechseln solle. „Wir haben schon dieselbe Vorwahl wie Moringen und zur Kirchengemeinde in Moringen gehören wir auch. Wir müssten nur die Postleitzahl wechseln“, lautete eine Stimme. (zhp)

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