Bahn nennt Überlastung des Fahrdienst-Personals als Ursache

Die Schranke am Mühlentor bleibt lange zu

Der geschlossene Bahnübergang am Mühlentor in Northeim.
+
Der Bahnübergang am Mühlentor in Northeim: Oft wird er zum Ärgernis für die wartenden Passanten und Autofahrer, weil die noch manuell geschalteten Schranken nach der Zugdurchfahrt zu spät wieder aufgehen.

Der Bahnübergang an der viel frequentierten Mühlentorkreuzung am Rande der Northeimer Innenstadt macht Probleme und ärgert immer viele Passanten.

Northeim – Grund: Nach Passieren der Züge im Halbstundentakt bleibt die Schranke oftmals über zehn Minuten weiter geschlossen, manchmal sogar fast doppelt so lange.

Oft komme es dann sogar zu gefährlichen Situationen, weil Fußgänger einfach unter der geschlossen Schranke hindurchklettern und die Bahngleise überqueren, weil sie nicht länger warten wollen. Das war jetzt auch dem Northeimer Ratsherren Berthold Ernst (SPD) aufgefallen. Er meldete das Ärgernis jetzt an die Stadtverwaltung und den Bürgermeister mit der Bitte, sich bei der Bahn um Abhilfe zu kümmern.

Nach seinen eigenen Beobachtungen war die Schranke am Mittwoch (16. Dezember) gegen 16.10 Uhr insgesamt 18 Minuten lang geschlossen, am Tag zuvor seien es mindestens zehn Minuten gewesen.

Eine Nachfrage bei Anwohnern habe ergeben, dass mehrfach in der Woche zu beobachten sei, dass die Schrankenanlage nur mit massiver Verzögerung geöffnet werde. Die beiden benachbarten Schranken an den Bahnübergängen Kanalstraße und am Hallenbad hingegen öffneten sich unmittelbar nach der Zugdurchfahrt.

Ernst: „Die persönlichen Verzögerungen sind einerseits lästig. Andererseits entstehen nach aber auch sehr gefährliche Situationen.“ So seien einmal nach 8 bis 10 Minuten insgesamt 11 Menschen unter der Schranke hindurchgeklettert und hätten danach die Mühlentorkreuzung bei roter Fußgängerampel überquert. Die Fußgängerampel schaltet bei geschlossener Schranke generell nicht auf Grün. Dabei sei es in mindestens zwei Fällen zu sehr gefährlichen Situationen mit dem starken Autoverkehr auf dem Straßenzug In der Fluth / Friedrich-Ebert-Wall gekommen.

Die Deutsche Bahn verweist auf HNA-Anfrage auf eine mögliche Überlastung des Fahrdienstleiters als Grund für die verzögerte Öffnung. Der Übergang am Mühlentor, so eine Sprecherin der Bahn von der Zentrale in Hamburg, werde vom Fahrdienstleiter im Northeimer Bahnhof manuell gesteuert. Die Schrankenanlage sei aus Sicherheitsgründen signalabhängig. Das bedeute, dass die Aus- beziehungsweise Einfahrtsignale erst auf Fahrt gestellt werden können, wenn die Schranken unten sind.

Der Fahrdienstleiter habe aber neben der Strecke Northeim–Herzberg auch den gesamten Zugverkehr auf der Strecke Hannover–Göttingen zu überwachen. Deswegen könne es betriebsbedingt leider zu einer starken Auslastung des Mitarbeiters kommen, so die Bahnsprecherin weiter. Derzeit arbeite man an einer technischen Unterstützung des Fahrdienstleiters.

Die benachbarten Schrankenanlagen Kanalstraße und am Hallenbad hingegen hätten bereits eine automatische, zugbeeinflusste Steuerung. Dadurch öffneten sich diese sofort von selbst nach einer Zugdurchfahrt.

Die Bahnsprecherin: „Eine Lösung für den Bahnübergang an der Mühlentor-Kreuzung wäre ein kompletter Neubau.“ Da dann auch der Straßenkörper berührt wäre, wäre dies allerdings eine Gemeinschaftaufgabe von Bahn, Bund und Stadt Northeim als Eigentümer der Straße. (Axel Gödecke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.