Rund 10.000 Euro Schaden jährlich

Illegale Schrottsammler bleiben im Landkreis Northeim ein Problem

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Auch hier war viel Metall- und Elektroschrott verschwunden: Nach dem schweren Unwetter im Stadtgebiet Bad Gandersheim waren Schrottsammler unterwegs.

Northeim/Uslar/Bad Gandersheim. Männer mit Transportern, die plötzlich auftauchen, Elektroschrott oder Altmetall mitnehmen, und wieder verschwinden, sind weiterhin ein Problem im Landkreis Northeim.

Das bestätigt die Kreisabfallwirtschaft, nachdem sich mehrere Leser und Leserinnen bei der HNA gemeldet hatten.

Die Vorfälle hatten sich unter anderem nach dem Hochwasser im Stadtgebiet Bad Gandersheim sowie im Juli in Hohnstedt ereignet. In beiden Fällen waren Altmetall und Elektrogeräte ohne jede Rücksprache mitgenommen worden.

Dem Landkreis Northeim sind 150 gewerbliche Sammler von Schrott, Alttextilien und Ähnlichem bekannt, teilt Anna-Madeleine Feg, Sprecherin der Kreisverwaltung auf HNA-Anfrage mit. Alle darüber hinausgehenden Abholungen und Sammlungen seien illegal „und werden von der Kreisabfallwirtschaft nach wie vor als Problem angesehen“.

Während dem Landkreis in den Jahren 2012/13 noch ein jährlicher Schaden von rund 20 000 Euro entstanden ist, liegt dieser jetzt bei nur noch 10 000 Euro. Ursache dafür sei der gesunkene Rohstoffpreis. Kontrollaktionen in Kooperation mit der Polizei gebe es aktuell keine. Die Kreisabfallwirtschaft stehe aber in ständigem Austausch mit den Polizeidienststellen.

Laut Landkreis gibt es für Bürger keine Möglichkeit, illegale Schrottsammler von legalen zu unterscheiden. Grundsätzlich müssten Sammler die Tätigkeit ihres Betriebes bei der Zentralen Unterstützungsstelle Abfall, Gentechnik und Gerätesicherheit des Gewerbeaufsichtsamts in Hildesheim anzeigen. Dort erhalten sie eine Behördenbestätigung, die sie mitführen müssen. Schrottsammler, die mit Handzetteln ohne Kontaktdaten werben und Elektroaltgeräte sammeln, handeln laut Landkreis häufig illegal. Diese Geräte dürfen nicht gesammelt werden. 

Das rät die Polizei

Wer seinen Sperrmüll in die Hofeinfahrt stellt, muss es nicht dulden, dass Sammler das eigene Grundstück betreten. Sollten sich die Personen trotz Aufforderung nicht vom Grundstückentfernen, handelt es sich um Hausfriedensbruch, sagt Uwe Falkenhain, Sprecher der Polizei Northeim-Osterode. Dieses Delikt wird auf Antrag durch die Polizei verfolgt. 

Wer beobachtet, dass Schrottsammler auf dem heimischen Grundstück oder bei den Nachbarn tätig werden, ohne dass dies im Einvernehmen geschieht, sollte sich die Kennzeichen aller beteiligten Fahrzeuge notieren und die Polizei rufen. „Es werden auch immer wieder Dinge gestohlen, die in der Nähe des Sperrmülls stehen, dafür aber nicht gedacht waren“, sagt Falkenhain. Dazu gehören unter anderem Kinderfahrräder.

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