Schüler drehen Film über ehemaligen Zwangsarbeiter

In Szene gesetzt: Hier sind Magdalena (von links), Ilkje und Sophia bei den Dreharbeiten auf dem Friedhof zu sehen. Foto: Harer / nh

Northeim. Northeimer Schüler haben dem ehemaligen Zwangsarbeiter Wiktor Tomala ein zweites Denkmal gesetzt.

Sie haben einen Film über den damals 18-jährigen Polen gedreht, der 1945 bei einem Arbeitsunfall im Wald ums Leben kam.

Die Schülerinnen Sophia Sonak, Jule Schlimme und Hendrikje Antons schrieben das Drehbuch. Sie verwendeten dabei die Informationen, die sie vom ehemaligen Corvi-Lehrer Hans Harer.

Der Drehbuchentwurf wurde von der Initiative „Deutsche Jugend für Europa“ prämiert. Unter Anleitung einer professionellen polnischen Dokumentarfilmerin entstand nach dieser Vorlage im Juni der Film.

Einige Aufnahmen entstanden an Orten in Northeim, an denen Wiktor sich aufgehalten hat. Der Film besteht aus zwei Zeitebenen: Die eine spielt in der Gegenwart, in der ein Junge etwas über das Leben Wiktor Tomalas herausgefunden hat. Diese Szenen sind in Farbe gedreht. Die andere Ebene spielt im Jahr 1945 und zeigt Schwarz-Weiß-Szenen mit Wiktor Tomala, seiner Schwester Anna und weiteren polnischen Zwangsarbeitern. Als Akteure konnten die Drehbuchautorinnen Klassenkameraden aus dem Corvinianum sowie Schüler der Wer-statt-Schule Northeim gewinnen.

Die vorletzte Szene spielt in der Werk-statt-Schule, wo die Rekonstruktion des alten Holzkreuzes besprochen wird, das damals nach dem Arbeitsunfall zum Gedenken an Tomala im Wald errichtet wurde. Im Volksmund wurde es „Polenkreuz“ genannt.

Dieses Kreuz wurde bereits wiederhergestellt und fast genau 70 Jahre nach Wiktor Tomalas Tod auf dem Gräberfeld für die Zwangsarbeiter auf dem Northeimer Friedhof aufgestellt. In der letzten Filmszene ist zu sehen, wie das Kreuz aufgestellt wurde.

Der Film ist online auf der Internetseite des Gymnasiums Corvinianum zu sehen. (zsv)

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