Erste "Fridays für Future"-Schüler-Demonstration in der Kreisstadt

Schüler in Northeim warnen vor der Klimakrise

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Fridays for Future-Demo: Die Northeimer Schüler hatten viele Plakate dabei.

Northeim. 150 Schüler und Schülerinnen der weiterführenden Schulen Northeims demonstrierten in der Kreisstadt am Freitag für eine bessere Klimapolitik.

Mit den Worten „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“ forderten die Teilnehmer sofortige Verbesserungen beim Klimaschutz und vor allem ein Bewusstsein dafür, wie sehr Natur und Umwelt bereits geschädigt sind.

„Das ist heute, Gott sei dank, kein schwarzer Block“ schmunzelte einer der anwesenden Polizisten, der den Initiatoren der ersten Northeimer „Fridays for Future“-Demonstration Respekt zollte. Denn bevor es losging, erklärte Hanna Zoike, Initiatorin und damit Ansprechpartnerin für die Polizei, von der Bühne erst einmal die Regeln der Demonstration: Keine Gewalt gegen die Plakate der Europa-Wahl, gemeinsam in der Gruppe gehen und vor allem: keinen Müll. Denn es geht um Klimaschutz, und da gehen Plastikflaschen und Cola-Dosen beim Marschieren überhaupt nicht. 

Auf dem Northeimer Marktplatz endete der Demonstrationszug.

Doch dann wurde Zoike ernst: „Die Politik soll endlich anfangen zu handeln“. Überhaupt spricht Zoike nicht vom Klimawandel, sondern von der Klimakrise und stellt das Problem auch sprachlich richtig dar: „Wenn wir jetzt nicht handeln, können wir die Zukunft komplett vergessen“, so die Schülerin der Oberschule mit Verweis darauf, wie weit die Natur bereits geschädigt sei. Felix Hebbel, Schüler der elften Klasse des Corvinianums rief angesichts der bevorstehenden Europa-Wahl dazu auf, die Politiker auf ihre Einstellung zur Klimapolitik zu hinterfragen.

Mit einer kurzen Kundgebung auf dem Markt endete die erste Fridays for Future-Demo in Northeim.

Projekttage der Thomas-Mann-Schule: Lehrer sind stolz und fordern Disziplin

Ohne große Reden, aber dafür mit vielen informativen Plakaten forderten zeitgleich fast 200 Schüler der Thomas-Mann-Schule auf dem Münsterplatz von der Politik mehr Engagement für eine bessere Klimapolitik.

Konrektor Oliver Brunotte hatte den Schwung der Fridays for Future-Bewegung aufgenommen und mit dem Lehrerkollegium eine Projektwoche für alle Schüler der fünften bis zehnten Klassen organisiert.

Projektwoche für den Klimaschutz: Die Schüler und Schülerinnen der Thomas-Mann-Schule trafen sich auf dem Münsterplatz.

„Einerseits müssen wir als Lehrer Schüler disziplinieren, die freitags die Schule schwänzen und für eine bessere Klimapolitik demonstrieren. Andererseits sind wir stolz auf sie, wenn sie sich selbstständig mit naturwissenschaftlichen Themen auseinandersetzen, mit Politikern diskutieren und sich eine Meinung bilden“, so Brunotte.

Um die Motivation seiner Schüler in die richtige Richtung zu lenken, wurde das Thema Umwelt in acht Projektgruppen gegliedert, von der Beschäftigung mit Plastik, regionalen Produkten, Tierhaltung und Shopping bis zu Energie, Mobilität, Wasser und Upcycling reichten die Themen. 

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