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Schüler slammen zum Thema Vielfalt

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Von: Axel Janßen

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Sie stellten sich in der Northeimer Stadthalle ihrem Publikum: Die Slammer des Northeimer Gymnasiums Corvinianum und der KGS Moringen. 2
Sie stellten sich in der Northeimer Stadthalle ihrem Publikum: Die Slammer des Northeimer Gymnasiums Corvinianum und der KGS Moringen. 2 © Axel janssen

Poetry Slam zum vierten Mal in der Northeimer Stadthalle. 16 Schüler tragen Texte vor.

Northeim – „Vielfalt“ war das Thema des vierten Poetry-Slams mit Schülern der zehnten Klasse vom Northeimer Corvinianum und der KGS Moringen am Mittwochabend in der Northeimer Stadthalle. 16 lyrische, kämpferische oder nachdenkliche Texte und ihre Schöpfer wurden vom begeisterten Publikum zum Teil frenetisch gefeiert.

125 Schüler des Corvinianum und 25 Schüler der KGS hatten in den vergangenen Wochen an einem Poetry Slam-Workshop teilgenommen und ließen unter Anleitung von sechs professionellen Slammern ihrer Kreativität freien Lauf. Nach klassen-interner Auswahl schafften dann fünfzehn Autoren mit ihren Texten den Sprung auf die Stadthallen-Bühne.

Erika Riedel, Initiatorin des Poetry Slams, langjährige Mentorin der Veranstaltung des Fördervereins Stadthalle und passionierte Deutsch-Lehrerin, freute sich über die Vielfalt der Themen und den hohen Grad an Selbstreflexion der Texte.

Neben Profi-Slammer Felix Römer, der wie in den vergangenen Jahren die Finalisten gecoacht hatte und auch den Abend moderierte, unterstützten auch Katja Rott und Marco Wolff vom Corvinianum den Workshop.

Je fünf Slammer traten in drei Gruppen vor das Publikum. Schnell zeigte sich, wer bereits eine große Fan-Schar mitbrachte, doch bei den anschließenden Abstimmungen per „Klatschometer“ beurteilte das Publikum alle Texte gleichermaßen fair.

In der ersten Gruppe mit Espen Adloff, Charlotte Barghorn, Paulina Heimerl, Greta Marienhagen und Ester Sommer setze sich Paulina Heimerl mit „Dieser Text ist für Chrissi!“ durch. Prägnant, sehr verständlich und zu Herzen gehend trug Heimerl ihre Trauer über den Verlust einer Freundin vor.

In der zweiten Gruppe mit Niklas Barbeln, Franziska Hackbarth, Julius Haupt, Pauline Pare und Stine Asmuth setzte sich Pauline Paare durch: „Wir dürfen nicht vergessen“ war das Fazit, das sie in ihrem Text über einen Besuch in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora Slam-mäßig „einhämmerte“.

Beeindruckte: Der aus der Ukraine geflüchtete Schüler Ivan Kapatsyn.
Beeindruckte: Der aus der Ukraine geflüchtete Schüler Ivan Kapatsyn. © Janßen, Axel

In der Gruppe von Magi Paliukhovich, Mira Hampe, Max Bierbaum, Katja Helmers und Hannah Labuhn hatte Max Bierbaum mit seiner Fußballreportage alle Lacher auf seiner Seite. Ob DSC Arminia Bierzelt, Ajax Lattenstramm oder SV Wacker Durchsaufen – Bierbaum traf mit rollendem „R“ und plattdeutschem Einschlag den Ton der Jugendlichen und erhielt schon während des Vortrags stehenden Applaus.

Einen sehr nachdenklichen Einschlag erhielt die Veranstaltung durch Ivan Kapatsyn aus Odessa, der seit April in Höckelheim lebt. Nach seinem Schulabschluss flüchtete Kapatsyn vor dem Krieg und besucht dank seiner guten Deutschkenntnisse seitdem die zehnte Jahrgangsstufe des Corvinianums.

„Am 24. Februar hat sich nicht nur mein Leben, sondern das Leben aller Ukrainerinnen und Ukrainer geändert. Jetzt bin ich ein Fremder in einem fremden Land“, so Kapatsyn, doch der große Applaus für seinen bedrückenden Text zeigt, dass er in der Schulfamilie angekommen ist.

Die Teilnehmer waren Espen Adloff, Niklas Barbeln, Charlotte Barghorn, Max Bierbaum, Franziska Hackbarth, Julius Haupt, Paulina Heimerl, Katja Helmers, Hannah Labuhn, Greta Marienhagen, Pauline Paare, Magi Paliukhovich, Ester Sommer, Stine Asmuth, Mira Hampe und Ivan Kapatsyn. (Axel Janßen)

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