Ein Schützengraben im Heimatmuseum

Im Schützengraben: Die Ausstellungsmacher (von links) Ekkehard Just, Jörg Dodenhöft und Hans Harer mit Ehrentafel der Gefallenen aus Hillerse. Links an der Wand ist der Granatsplitter zu sehen, hinten das Grabenschild. Foto:  Weiss

Northeim. Im Northeimer Heimatmuseum wird am Sonntag eine Sonderausstellung über den Ersten Weltkrieg in der Kreisstadt eöffnet

Der großen Euphorie folgte die große Ernüchterung. Der Erste Weltkrieg fand nicht nur an den Fronten in Nordfrankreich, Belgien und Russland statt. Er war auch fern der Fronten in der Heimat zu spüren.

Mit dem Krieg und seinen Auswirkungen auf die Bevölkerung in Northeim setzt sich eine Ausstellung auseinander, die am Sonntag, 15. November, um 11.30 Uhr im Northeimer Heimatmuseum eröffnet wird.

Museumsleiter Ekkehard Just hat gemeinsam mit Northeims Kämmerer Jörg Dodenhöft, der Reserveoffizier ist, und dem ehemaligen Geschichtslehrer am Corvinianum, Hans Harer, die Ausstellung konzipiert und gestaltet. Sie gliedert sich in drei Teile.

Der Krieg in Northeim

Just hat einiges zusammengetragen, was deutlich macht, wie die Northeimer den Krieg erlebten, darunter Zeitungsartikel, Werbung für Kriegsanleihen, einem auf die Kriegsbedürfnisse angepassten Zugfahrplan sowie Lebensmittelkarten. Eine Vitrine ist der Kriegskorrespondenz des 18-jährigen Cuno Rumann, der sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte, mit seinem Onkel in Alfeld gewidmet. Dr. Tilo Rumann, der Sohn von Cuno Rumann, hat sie zur Verfügung gestellt. In einer Mappe kann der abgeschriebene Briefwechsel nachgelesen werden.

Krieg an der Westfront

Ein von Jörg Dodenhöft, dessen Söhnen Johannes und Niklas sowie Hans Boenisch in ehrenamtlicher Arbeit nachgebauter Schützengraben leitet in den Bereich der Austellung über, die sich mit dem Krieg an der Westfront beschäftigt. Im Schützgraben sind unter anderem ein Granatsplitter und ein sogenanntes Grabenschild zu sehen. Dieses erlaubte den Soldaten das Gelände vor dem Schützengraben einzusehen, ohne ins Visier der feindlichen Truppe zu geraten, die sich ebenfalls in Schützengräben verschanzt hatte. Dazu sind zahlreiche Bodenfunde aus Schlachtfeldern in Flandern sowie Waffen und Waffenteile wie Granatzünder zu sehen, alles zusammengetragen von einem Freund Dodenhöfts, dem Bundeswehr-Oberst Karsten Jahn. Auch Grabenkunst ist zu sehen. Dabei handelt es sich um Munitionsteile und Ähnliches, das zu Alltagsgegenständen wie Aschenbechern und Vorratsdosen umgearbeitet worden ist.

Gedenken

Hans Harer hat sich dem Gedenken an die Gefallenen gewidmet. In der dritten Abteilung der Ausstellung sind unter anderem Ehren- und Gedenkbücher zu sehen, mit denen die Stadt, Dörfer, Schulen und Kirchen an die auf den Schlachtfeldern Getöteten erinnerten. An einem Computer können Besucher Informationen über einzelne Kriegstoten abrufen.

Die Ausstellung wird ferner mit elf Tafeln der im 2014 in Uslar gezeigten Ausstellung „Stahlgewitter und Rübensuppe“ ergänzt. 

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