Preisgericht hat die Sieger des Architektenwettbewerbs gekürt

Neue Schuhwallhalle in Northeim: Acht Millionen Euro werden nicht reichen

+
Präsentierten den Sieger: Die Jury-Mitglieder (v. l.) Thomas Dienberg, Malte Schober, Jochen König, Wolfgang Haendel, Simon Hartmann, Ralf Buberti und Armin Töpperwien.

Die Jury des Architekten-Wettbewerbs für den Bau der neuen Schuhwallhalle hat dem Entwurf des Architekturbüros Eling (Lippstadt) den mit 26.000 Euro dotierten 1. Preis zugesprochen.

Die Planung des Umfelds der Halle mit Bolzplatz, Skateranlage und Kletterpark stammt von den Landschaftsarchitekten Schäfer und Pieper aus Köln. „Wir haben eine supertolle Lösung gefunden“, sagte der Vorsitzende der Jury, der Aachener Architekt Jochen König. Dabei seien sich die Fachleute und diejenigen, die die Halle später nutzen sollen, einig gewesen. 

Der Entwurf ist nach den Worten von Bürgermeister Simon Hartmann eine Halle „ohne Firlefanz“. Ob der Entwurf Wirklichkeit wird, soll der Stadtrat im Frühjahr kommenden Jahres entscheiden – entweder in seiner Februar- oder in seiner April-Sitzung. Dann soll auch der notwendige Bebauungsplan verabschiedet werden. 

So sieht der Entwurf aus Richtung Hallenbad aus: Links ist die Gymnastikhalle zu erkennen, in der Mitte das Foyer und rechts die Sporthalle mit Umkleidetrakt.

Bis dahin muss nach Hartmanns Worten mit dem Büro verhandelt werden, ob man sich über die Realisierung einig wird. Und – noch wichtiger – es wird durch ein neutrales Büro eine genaue Kostenermittlung vorgenommen. Denn bisher gibt es nur eine grobe Kostenschätzung anhand von Kennzahlen. 

Wie hoch die ist, verrieten Stadtverwaltung und Jury nicht. Klar sei aber, so Hartmann, dass der vorgesehene Kostenrahmen von acht Millionen Euro allein für den Hallenbau (ohne Außengelände) nicht ausreichen wird. Das sei bereits im Juni zu Beginn des Wettbewerbs bei einer Zusammenkunft („Kolloquium“) mit allen Teilnehmern klar geworden. 

Modell des Siegerentwurfs: Die Sporthalle wird zwischen dem Bildungszentrum der Arbeitsagentur (Gebäude links oben) und dem Hallenbad platziert. Die Gymnastikhalle soll an die Straße Schuhwall kommen. Die Parkplätze sind vor dem Hallenbad (unter den Bäumen) zu erkennen, wo heute noch die alte Halle steht.

Bei der Jury-Entscheidung sind die Kosten ein Kriterium gewesen. Aber die vier erstplatzierten Entwürfe lägen bei den Kosten nicht weit auseinander, so Mitglied Kreis-Baudezernent Ralf Buberti. Die Stadt müsse den Plan nun gemeinsam mit dem Büro aus Lippstadt optimieren – auch in Sachen Kosten. Neben dem Siegerbüro können sich die drei Nächstplatzierten Hoffnungen machen, dass ihre Entwürfe verwirklicht werden, sollte sich die Stadt mit Eling nicht einig werden

 „Der Entwurf hat Dinge geschafft, die wir im Kostenrahmen als nicht möglich angesehen haben“, fasste CDU-Ratsherr Malte Schober, der Mitglied des Preisgerichts war, die Begeisterung der Jury über den Siegerentwurf des Lippstädter Architekturbüros Eling zusammen.

Das Erdgeschoss: Zwischen der Sporthalle (links) und der Gymnastikhalle (rechts) liegt das Foyer. Die Tribünen auf der Ostseite der Halle sind ausfahrbar. Ihnen gegenüber liegen die Geräteräume. Oben (und damit angrenzend an das Hallenbad) ist der Bolzplatz zu erkennen, rechts daneben sind die Skateranlage und die Kletterwand geplant.

Zwar habe auch Eling die Kostengrenze von acht Millionen Euro überschritten, liege damit im gleichen Kostenrahmen wie die Nächstplatzierten, biete aber mehr – unter anderem nicht nur eine Tribüne auf der einen Seite.

Es sei ein sehr kompakter Entwurf, der hervorragend darauf eingehe, was man in der Nachbarschaft vorfindet, ergänzte Thomas Dienberg. Der Bau-Dezernent der Stadt Göttingen war ebenfalls Jury-Mitglied. Auch dass es im Erdgeschoss und im Obergeschoss jeweils einen Cateringbereich gibt, wertete die Jury positiv. 

Das Obergeschoss: Über den Geräteräumen ist auch auf der Westseite eine kleine Tribüne geplant. Sind die Tribünen auf der Ostseite eingefahren, passen für den Schulsport nebeneinander drei Basketballfelder in die Halle.

Das Obergeschoss: Über den Geräteräumen ist auch auf der Westseite eine kleine Tribüne geplant. Sind die Tribünen auf der Ostseite eingefahren, passen für den Schulsport nebeneinander drei Basketballfelder in die Halle.

Sie hebt beim Siegerentwurf unter anderem folgendes positiv heraus:

Positionierung

Die Halle soll relativ dicht an den Gleisen der Bahnstrecke in Richtung Katlenburg platziert werden. Der Eingangsbereich ist von der Westseite, also vom Hallenbad aus geplant. Beides sorge dafür, dass die Lärmbelastung für die Anwohner der Straße Schuhwall möglichst gering ist. Die Gymnastikhalle soll an der Straße entstehen.

Gebäudegliederung

Der Baukörper gliedert sich in vier unterschiedliche Teile: Neben der eigentlichen Sporthalle, die für den Schul- und Vereinssport dreigeteilt werden kann, die Gymnastikhalle, das zweistöckige Foyer und den überwiegend einstöckigen Trakt der Umkleidekabinen und Duschen für die Sportler, die die beiden Hallen nutzen. Außerdem sind sowohl im Erdgeschoss des Foyers als auch im ersten Stock Cateringbereiche geplant.

Die Halle soll im Erdgeschossbereich eine Klinkerfassade und darüber eine Profilglasfassade erhalten, deren lichtdurchlässige Wärmedämmung einen blendfreien Lichteinfall ermöglichen soll.

Außenanlagen

Der Baumbestand soll erhalten bleiben und ergänzt werden. Kleinspielfeld, Kletterwand und Skateranlage sind auf der Fläche zwischen der Sporthalle und dem Hallenbad geplant. Auch das soll die Lärmbelastung für die Anwohner minimieren.

Haustechnik

Die Heizung soll durch ein Blockheizkraftwerk und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erfolgen. Letztere kann im Sommer auch zur leichten Kühlung der Halle eingesetzt werden. Außerdem ist eine Lüftungsanlage vorgesehen, die über Feuchtigkeits- und CO2-Sensoren gesteuert wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.