Hoffen auf Fördergeld vom Bund

Schuhwallhalle: Stadt Northeim weiter im Zeitdruck

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Die alte Schuhwallhalle.

Northeim. Der Zeitplan für die Planung, wie es mit der Schuhwallhalle weitergeht, bleibt eng. Wie Bürgermeister Simon Hartmann am Donnerstag in der Sitzung des Stadtrates ankündigte, müsste die Stadt bis zum 15. November alle Förderunterlagen einreichen, sollte die Schuhwallhalle beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zum Zuge kommen.

„Ob wir ein Stück vom Kuchen abbekommen, erfahren wir im Oktober“, sagte der Bürgermeister. Wie groß es dann werde, entscheidet sich erst später.

Der Stadtrat stimmte ohne Diskussion einstimmig dafür, dass die Stadt einen Antrag auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm stellt. Ratsvorsitzender Wolfgang Haendel warnte allerdings vor zu viel Euphorie. Der Bund stelle insgesamt 100 Millionen Euro bereit. Würden bundesweit 100 Städte und Gemeinden berücksichtigt, bliebe für jede nur eine Million Euro übrig.

Der Hallenneubau ist mit zwölf Millionen Euro kalkuliert. Der Landkreis Northeim will sich mit drei Millionen Euro beteiligen. Hartmann kündigte an, über die Beteiligung des Landkreises noch einmal verhandeln zu wollen.

Bürgermeister Simon Hartmann

Der Bürgermeister betonte, dass es trotz des Zeitdrucks keine Konzentration auf die Variante Neubau gebe. Das sei schon wegen der Investitionshöhe nicht geboten. Außerdem müsse die Stadt dem Landkreis als Finanzaufsicht und – falls es Fördergeld gibt – dem Bund die wirtschaftlichen Vorteile eines Neubaus im Vergleich zu einer Sanierung und Erweiterung nachweisen. Gefördert werde nur die wirtschaftlichere Variante.

Die Trägerschaft der Schuhwallhalle soll einer noch zu gründenden Trägergesellschaft übertragen werden, sagte Hartmann im Stadtrat. Diese Gesellschaft könnte, erläuterte er der HNA, auch das Hallenbad und das Bergbad übernehmen. So sähen es die mit den Stadtwerken abgestimmten Pläne vor.

Entwurfsskizze für eine neue Sporthalle. Der dazugehörende Plan sieht vor, dass an den beiden Längsseiten und einer Kopfseite Tribünen für insgesamt 500 Sitzplätze und 160 Stehplätze entstehen. Neben Umkleidekabinen und Duschen sind unter anderem auch ein VIP-Raum und eine Gastronomie geplant.

Die Entscheidung, ob es eine Modernisierung und Vergrößerung der Schuhwallhalle, die für Drittliga-Handball die Größenanforderungen nicht erfüllt, oder einen Hallen-Neubau gibt, ist noch nicht getroffen. In der Projektskizze, mit der sich die Stadt um die Aufnahme in das Bundesprogramm bemüht, geht es allerdings nur um einen Hallenneubau. Der Zeitplan für das weitere Vorgehen sieht demnach wie folgt aus:

Am 25. Oktober soll der Stadtrat entscheiden, ob es eine Modernisierung und Vergrößerung der bestehenden Halle oder einen Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Gutenberg-Realschule gibt. Zu diesem Zeitpunkt wird wohl klar sein, ob es Geld vom Bund dafür gibt oder nicht. Mit der Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Northeim ist die Stadt über das Gelände bereits in Verhandlungen. Wohnen in Northeim hatte das Areal vom Landkreis gekauft, nachdem die Realschule (heute: Oberschule) ausgezogen war. Das Schulgebäude war abgerissen worden.

Außerdem muss der Stadtrat demnächst auch eine Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet am Schuhwall auf den Weg bringen, weil die Stadt plant, dort auch einen Bolzplatz, eine Skateranlage und einen Kletterpark anzulegen. Diese Außenanlagen sollen zwar durch die neue Sporthalle, das Hallenbad und das Bildungszentrum der Arbeitsagentur abgeschirmt werden. Trotzdem sei, so heißt es in der Projektskizze der Stadt, mit Lärmbeeinträchtigungen für die Wohngebäude am Schuhwall und der Arentsschildtstraße zu rechnen. Diese sollen im Rahmen des B-Planverfahrens untersucht werden. 

Im April 2019 soll der Rat dann abschließend über die Finanzierung und das Betreibermodell für die Halle entscheiden. Abschließend soll die europaweite Ausschreibung nach einem Generalunternehmer erfolgen. Für das kommende Jahr ist auch der Abriss der alten Halle geplant. 

Der Fertigstellungstermin für die Halle soll Ende 2021 sein. Die meisten Bauarbeiten sollen im Jahr 2020 erfolgen. Der Vereins- und Schulsport wird laut Projektskizze bis dahin anderweitig sichergestellt.

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