Schule in Dassel wird Flüchtlingsunterkunft

Northeim/Dassel. Im ehemaligen Gebäude der Rainald-von-Dassel-Schule (RDS) in Dassel wird eine Notunterkunft eingerichtet. Das hat der Kreisausschuss beschlossen.

„Wir benötigen gemeinsam mit den Hilfsorganisationen etwa drei Wochen bis eine Belegung mit Flüchtlingen möglich sein wird“, sagte der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer. Es müsse auch ein neuer Heizkessel installiert werden.

Aktualisiert um 15.30 Uhr

Das Gebäude wird seit zehn Jahren von der RDS nicht mehr genutzt. Seitdem auch die Paul-Gerhardt-Schule die Nutzung einiger Räume vor vier Jahren beendet hat, steht es leer. Wann die ersten von 100 nicht registrierten Flüchtlingen dort einziehen, ist unklar.

Im Kreishaus hofft man, dass das Land Niedersachsen im Rahmen der Amtshilfe erst dann dem Landkreis nicht registrierte Flüchtlinge zuweist, wenn das Quartier in Dassel fertig ist. Sonst, so Heuer, komme vorübergehend die Belegung von Sporthallen wieder auf die Tagesordnung.

Pro Woche kommen weiterhin 63 registrierte Flüchtlinge im Landkreis Northeim an. Bis Ende Januar soll das so weitergehen. Bisher sind in diesem Jahr rund 1200 dieser Menschen aus dem Erstaufnahmelager Friedland angekommen. Bis Ende Januar werden rund 820 weitere folgen. „Eine Prognose für den Zeitraum nach dem Auslaufen der aktuellen Quote ist nur sehr schwer möglich“, betont Heuer. Die Lage könne sich täglich ändern. „Wir wissen nicht, wie lange wir das mit der dezentralen Unterbringung durchhalten.“ Zwar wird laut Heuer bald die Belegung der 130 Wohnungen beginnen, die der Landkreis in Northeim anmieten will – die Verträge stehen kurz vor der Unterschrift –, aber der hohe Anteil alleinstehender Männer, bereitet dem Kreis bei der Unterbringung Probleme.

Für die registrierten Flüchtlinge sucht der Landkreis weiter Wohnungen, möglichst zwischen 50 und 80 Quadratmeter Größe, Ansprechpartnerin ist Andrea Schön, Tel. 05551/ 708322. Mehr als die Hälfte der im Landkreis Northeim ankommenden, registrierten Flüchtlinge sind alleinstehende Männer unterschiedlicher Nationalität und Religionszugehörigkeit, die nicht beliebig zusammen untergebracht werden können. Sonst drohen Konflikte. Die Unterbringung von Großfamilien sei dagegen kein Problem, betont der Erste Kreisrat Hartmut Heuer.

Immer schwieriger wird für den Landkreis auch die Beschaffung von Erstausstattungen der Flüchtlingswohnungen. Es fehlt schon am Mindesten: Betten, Tische, Stühle, Spülen und Herde. Gebraucht sind solche Einrichtungsgegenstände so gut wie gar nicht mehr zu bekommen, betont die Fachbereichsleiterin Soziales in der Kreisverwaltung, Sabine Nienhüser. Aber auch die Beschaffung von neuen Möbeln werde immer schwieriger, weil bundesweit die Nachfrage sehr hoch ist.

Möbelspenden sind dem Landkreis willkommen. Allerdings gibt es noch niemanden, der sie bei bei den Spendern abholen könnte, so dass die Verwaltung bittet, Möbel zu bringen. Ansprechpartner ist André Schumann, Telefon 05551/ 708770. Eine Truppe zusammenzustellen, die Möbel bei Spendern abholt, ist in der Verwaltung erst in Planung.

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