Kultusministerium Niedersachsen erlaubt späteren Start

Schulen im Landkreis Northeim setzen auf frühen Unterricht

Northeim. Eine schlechte Nachricht für die Schüler im Landkreis Northeim: Viele Schulen bleiben bei einem frühen Unterrichtsbeginn - obwohl sie das nicht müssten. 

Denn durch eine Regelung in Niedersachsen können die Schulen selbst entscheiden, wann die erste Stunde startet.

„Die Regelung besagt, dass die Schule nicht vor 7.30 Uhr beginnen soll. Es ist den Schulen überlassen, ob sie das nach hinten verlegen“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kürzlich in einem Interview. Diese Regelung bestehe zwar schon länger, sei aber noch nicht allen bekannt.

Doch auch mit der Erlaubnis beginnt der Unterricht an vielen Schulen nicht später. „Ich sehe keinen Anlass dafür, etwas zu verändern, das gut funktioniert“, sagt Christoph Dönges, Schulleiter des Gymnasiums Corvinianum in Northeim. „Bei einem späteren Unterrichtsbeginn kommen die Schüler auch später nach Hause“, so Dönges. 

Die Jugendlichen von den umliegenden Dörfern seien an die Buszeiten gebunden. Dazu könnten sie erst später zu Mittag essen und müssten „trotz Mittagstief produktiv sein“. Der Unterricht am Corvinianum beginnt um 7.45 Uhr.

Ähnlich sieht es Sandra Gareiß, Leiterin der Grundschule Altes Amt in Echte. „Wir werden das Thema im Kollegium besprechen. Aber ich denke, dass es bei einem Schulbeginn um 7.50 Uhr bleibt“, sagt Gareiß. Bei Grundschulen stehe bei einem späteren Start die Betreuung der Kinder im Fokus. „Viele Eltern bringen ihre Kinder auf dem Weg zu Arbeit in die Grundschule“, erzählt sie. Das würde bei verzögerten Schulzeiten ein großes Problem darstellen.

Schlafforscher hingegen raten dazu, den im europäischen Vergleich frühen Schulbeginn in Deutschland auf eine spätere Uhrzeit zu verlegen. Besonders pubertierende Schüler könnten dann besser lernen. Dem Kultusministerium ist aber nicht bekannt, ob Schulen in Niedersachsen von diesem Angebot Gebrauch machen. 

Rubriklistenbild: © dpa

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