Digitalpaket: Nicht alle Schulen im Kreis Northeim setzen auf Tablets

Erdkundelehrerin Katharina Kötter schaut Tom Voigt und Lars Purwin aus der Klasse 6 beim Lösen der Aufgaben im Erdkundeunterricht über die Schulter. Marcel Schröder, vorn, hat das Tote Meer auf der Karte gefunden. Foto:  Schaub

Northeim. In einigen weiterführenden Schulen gehört die digitale Technik zur Tagesordnung. Reaktionen der Schulleiter auf das Digitalpaket des Bundesbildungsministeriums.

Northeim. Leiter der weiterführenden Schulen im Kreis reagieren verhalten auf das neue Digitalpaket, das Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bundesweit in allen Schulen einführen will.

Im Gymnasium Corvinianum in Northeim will man sich Zeit lassen, erst den Mehrwert prüfen, bevor beispielsweise alle Klassen mit Tablets ausgestattet werden. „Ob die Unterrichtsqualität besser wird, ist noch nicht sicher“, sagt Schulleiter Christoph Dönges. Allerdings wird er jetzt schon von Betreibern bedrängt. Tablets für 1100 Schüler - das ist ein „Bombengeschäft“, sagt er.

In der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Moringen haben sich Lehrer schon vor drei Jahren auf das „Wagnis Tabletklasse“ eingelassen, sagt Schulleiter Markus Hohmeister. Mittlerweile sind in den Jahrgängen fünf, sechs und sieben einige Klassen mit iPads ausgestattet. Finanziert wurden sie von den Eltern.

Kritisch sieht Jürgen Nolte, Leiter der Sollingschule in Uslar, die Folgekosten von solchen Anschaffungen. Denn ein Tablet hält nicht ein ganzes Schulleben.

Außerdem dürfe beim Gedanken an das pädagogische Konzept nicht schon das Budget für die Hardware ausgegeben sein, sagt Hohmeister. Es müsste eigentlich andersherum passieren. Doch während Tablets und WLAN schon im Schulalltag eingezogen sind, wird nebenher weiterhin über den didaktischen Mehrwert nachgedacht.

Nachholbedarf gebe es auch in der Wartung der Geräte: Vom Landkreis, dem Schulträger, werden zwei Mitarbeiter für technische Probleme an den Schulen im Kreis bereitgestellt, sagt Dönges. „Das ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein“. Den personellen Aufwand tragen die Schulen meist selbst, mit ein bis zwei technisch versierten Lehrkräften oder einem Schulassistenten, die bei technischen Problemen aushelfen. Wenn jeder Schüler ein eigenes Gerät mitbringe, verkompliziere das die Wartung.

Tablets in allen Klassen, das könnte ein Ziel des neuen Bildungspakete vom Bund sein. Mit der Förderung in Höhe von fünf Milliarden Euro will Bundesbildungsministerin Johanna Wanka Schulen bundesweit mit digitalen Endgeräten ausstatten, flächendeckend Wlan und eine digitale Schul-Datenwolke einrichten. Im Gegenzug sollen Schulen entsprechende pädagogische Konzepte erarbeiten.

Wegen der kurzen Nutzungsdauer habe der Landkreis Northeim als Schulträger bis jetzt keine Tablets angeschafft, teilte Landkreissprecher Dirk Niemeyer mit. Deshalb müsse die Unterstützung aus dem Bund nachhaltig sein.

Wenn eine einmalige Förderung ausläuft und der Landkreis für Ersatzgeräte sorgen müsse, könne das schwierig werden, so der Landkreis-Sprecher.

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