Chinatag Northeim: Schulen verschlafen den China-Boom

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Das Podium: Stephan Porten (Projektmanager China bei Contitech Elastomer-Beschichtungen), Tilmann Brunner (IHK Hannover), Prof. Axel Schneider (Uni Göttingen), Ministerpräsident Stephan Weil und Philipp Andreas (Auszubildender bei Zufall Logistics) diskutierten unter dem Motto „Menschen, Märkte, Möglichkeiten“ über Chancen, die China der südniedersächsischen Wirtschaft bietet Moderatorin war die ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Viola von Cramon.

Northeim. Trotz seiner wirtschaftliche Bedeutung spielt China in der Ausbildung an Grund- und allgemeinbildenden Schulen keine Rolle. Diese Kritik wurde beim Chinatag an den Berufsbildenden Schulen 1 in Northeim laut.

In einer Podiumsdiskussion betonte Prof. Axel Schneider vom Ostasiatischen Seminar der Uni Göttingen, dass im Schulunterricht nicht nur das Thema China keine Rolle spiele, sondern generell außereuropäische Inhalte fehlen. Der Blick auf Europa reiche nicht mehr aus. „Die Karawane zieht weiter“, sagte er.

China, Indien, Südostasien und Teile Afrikas boomen. Auf die daraus folgenden enger werdenden wirtschaftlichen Kontakte bereiteten die Schulen nicht vor. Es fehlten Grundkenntnisse über Geschichte und Kultur.

Das könnten Berufsschulen wie die BBS 1, aber auch die Universitäten nur schwer ausgleichen. Teilweise müssten, bevor Wissen vermittelt werde könne, erst noch Vorurteile beseitigt werden. „Es darf in Zukunft an Gymnasien keinen Geschichtslehrer geben, der sich nicht mit China und Indien auskennt“, forderte Schneider.

Der Ehrengast der Veranstaltung, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), hob hervor, das die Globalisierung deutlich weitergehen und der internationale Wettbewerb zunehmen werde. Deshalb sei es gut, dass die BBS1 einer der schulischen Vorreiter der Internationalisierung ist. „Der Ruf dieser Schule ist bis nach Hannover gedrungen“, betonte er. Gerade vor dem Hintergrund zurückgehender Schülerzahlen sei es wichtig, intensiver an der Qualifizierung der jungen Menschen zu arbeiten.

Wie auch Tilmann Brunner, Abteilungsleiter International bei der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK), verwies Weil auf die wirtschaftliche Dynamik in China und die sich daraus ergebenden Chancen für niedersächsische Unternehmen.

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