Schulerhalt in Düderode: Eltern machten dem Rat Dampf

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Volle Zuschauerränge bei der Ratssitzung: Der Gemeinderat Kalefeld tagte im Vorraum der Auetalhalle in Willershausen. Fast 50 Zuhörer waren wegen des Punktes Schulzukunft Düderode gekommen. Der stand aber gar nicht auf der Tagesordnung.

Willershausen. Fast 50 Eltern und Vertreter der Grundschule in Düderode nutzten die Sitzung des Gemeinderates Kalefeld in der Auetalhalle Willershausen dazu, für den Erhalt der Düderoder Schule zu werben.

Ein Erhalt mindestens so lange, wie die Grundschule in Echte nicht barrierefrei und für inklusive Beschulung geeignet ist. In der Einwohnerfragestunde ging es denn auch um die Frage, warum das Thema Schulschließung Düderode in 2017 plötzlich nicht mehr so dringlich zu sein scheint, da der für die Juni-Ratssitzung vorgesehene Tagesordnungspunkt in der offiziellen Einladung nicht mehr auftauchte.

Inklusion nicht gegeben

Man werde die Düderoder Schule wegen der nicht kurzfristig zu behebenden Mängel in Sachen Inklusion und Raumnot in Echte noch länger benötigen, hieß es von seiten der Zuhörer. In diesem Sinne hätte man auch jetzt entscheiden können, lautete der Vorwurf. Dieser Kritik schloss sich auch die CDU-Ratsfraktion an.

Bürgermeister Jens Meyer (SPD) hielt dem entgegen, dass es noch Redebedarf über die Zukunft der Schule in Düderode gebe und vor allem, dass der Landkreis als Gebäudeeigentümer mit ins Boot geholt werden müsse. Dieser hatte darauf gedrängt, dass sich die verschuldete Gemeinde auf eine Grundschule konzentrieren solle. Deswegen sollte nach bisheriger mehrheitlicher Beschlusslage auch die Schule Mitte 2017 geschlossen und der Mietvertrag mit dem Kreis nicht verlängert werden.

Den Aspekt, dass das Schulgebäude in Echte die Normen einer inklusiven Beschulung nicht erfülle, hatten insbesondere die Eltern nachgeschoben, ebenso einen eigenen Kostenplan zur Sanierung der Düderoder Schule mit deutlich niedrigeren Kosten als von der Gemeinde ermittelt.

Landkreis fordert Konzept

Bürgermeister Meyer berichtete von einem Treffen mit der Northeimer Landrätin, das am Dienstag zum Thema Schule Düderode stattgefunden hat. Dabei blieb er in inhaltlichen Aussagen vage. Aus seinen Ausführungen ließ sich jedoch herauslesen, dass ein Kompromiss im Raum steht mit Verlängerung des Mietvertrags auf eine begrenzte Zeit von vielleicht bis zu drei Jahren.

Der Landkreis verlange jedoch die Vorlage eines Grundschul-Gesamtkonzeptes, das auch die inklusive Beschulung umfasse. Die finanzielle Dimension dürfe jedoch nicht außer Acht gelassen werden, fügte Meyer an. Darauf habe die Landrätin explizit hingewiesen

Die Gemeinde werde jetzt schnell eine Arbeitsgruppe gründen, in der neben den Eltern und der Elterninitiative Düderode, die Schulaufsicht, die Verwaltung und der Rat vertreten sein sollen. Meyer: „Ziel ist es, dass der Rat noch in dieser Legislaturperode endgültig entscheidet.“

Entscheidung am 11. August

Als Termin für die Ratssitzung steht auf Anregung der CDU der 11. August im Raum.

Die Eltern baten Bürgermeister Meyer, neutral in die Konzepterstellung zu gehen und keine vorgefertigte Meinung mit Ziel Schulschließung Düderode zu vertreten. Das Konzept der Eltern zum Schulerhalt liege vor und sollte als Grundlage für das zu erstellende Konzept für den Landkreis dienen. Meyer betonte, dass man viele Aspekte einfließen lassen müsse. 

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