Ursprünglich zur Expo 2000 vorgesehen

Pläne nicht aufgegeben: Seedorf für Northeim ist immer noch das Ziel

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Blick aus der Vogelperspektive: Im Vordergrund ist der Nordhafen des Northeimer Freizeitsees zu sehen. Am gegenüberliegenden Ufer soll laut dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1981 eine Lagunenlandschaft mit Feriensiedlung entstehen.

Northeim. Die Stadt Northeim möchte nach wie vor langfristig am Ostufer des Großen Freizeitsees eine Lagunenlandschaft mit Feriensiedlung realisieren.

Darauf hat Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser vor dem Hintergrund der Diskussion um die geplante Modernisierung des Northeimer Asphalt-Werkes hingewiesen.

Auch wenn die Stadt bereits im Jahr 1996 den Bau eines Seedorfs zur Expo 2000 aufgrund von Bürgerprotesten und fehlenden Investoren verworfen habe, sei dieser Bereich im Bebauungsplan aus dem Jahr 1981 weiterhin als Naherholungsgebiet ausgewiesen, sagt der Northeimer Verwaltungs-Chef.

Eine Befürwortung der Modernisierung des Asphalt-Werkes stehe keinesfalls im Widerspruch zu diesem Ziel, betont Tannhäuser: „Ganz im Gegenteil. Wenn es gelingt, den Kiesabbau zu beschleunigen, kommen wir diesem Ziel viel schneller näher.“ Insofern sei der Weiterbetrieb eines modernisierten Asphalt-Mischwerks, das den geförderten Kies abnehmen kann, im Sinne dieser städtebaulichen Planung, zumal die erneute Betriebsgenehmigung auf 20 Jahre begrenzt sei.

In seiner jüngsten Sitzung folgte der Bauausschuss dieser Argumentation Tannhäusers und sprach sich mehrheitlich dafür aus, dem Antrag der Firma Kemna aus Pinneberg zuzustimmen. Die hatte als Eigentümerin der Anlage am Northeimer Sülteweg die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes beantragt, um den Standort modernisieren und erhalten zu können. In der Juni-Sitzung des Bauausschuss war sie damit noch gescheitert.

Der neuen Abstimmung ging eine lebhafte Diskussion voraus, bei der sich der städtische Justiziar Heinz-Dieter Wieprecht und Ausschussmiglied Eckhard Ilsemann (FDP) einen verbalen Schlagabtausch lieferten, bei dem die juristische Bewertung des Vorhabens im Mittelpunkt stand.

Die spricht aus Sicht von Wieprecht eindeutig für die beantragte Ausnahmegenehmigung, da der Kiesabbau und damit auch die Verwertung durch das Asphalt-Mischwerk im öffentlichen Interesse sei.

FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann bekräftigte hingegen in der Sitzung noch einmal seine Auffassung, wonach die Zustimmung zu dem Antrag der Firma Kemna rechtswidrig sei, weil diese gegen den gültigen Bebauungsplan verstoße und die für eine Ausnahme vorgesehenen Voraussetzungen nicht vorlägen.

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