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Selde kann die Wallteiche in Northeim nicht retten

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Von: Niko Mönkemeyer

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Frau mit Sohn und Hund auf einer Holzbrücke über einem Bachlauf
Das Quellwasser der Selde. das hier an der Bundesstraße 241 in Höhe des Lohgrabens über Kaskaden in Richtung Rhume fließt, könnte die Wasserqualität in den Northeimer Wallteichen wohl doch nicht verbessern. Unser Foto zeigt Andrea Fritsch mit ihrem Sohn Anton und Hund Aayana beim Morgenspaziergang. © Niko Mönkemeyer

Die Einleitung der Selde ist wohl doch nicht die Lösung für Northeimer Wallteiche.

Northeim – Die Wiedereinleitung von Frischwasser aus der Seldequelle in die Teiche der Northeimer Wallanlagen hätte wohl nicht die erwünschte Wirkung. Das geht aus der Machbarkeitsstudie hervor, die jetzt in der ersten Sitzung der extra für dieses Vorhaben ins Leben gerufenen Lenkungsgruppe vorgestellt wurde.

Demnach ließe sich die Wasserqualität in den Teichen angesichts der aktuellen Wassertemperatur und der in der Selde festgestellten pH-Werte nicht wesentlich verbessern. Ferner ist nach Mitteilung der Stadt bei den weiterhin zu erwartenden Großwetterlagen nicht absehbar, wie viel Wasser künftig noch aus der Seldequelle nahe der Tennishalle am Gesundbrunnen sprudeln wird.

Auf HNA-Anfrage bestätigt die Verwaltung, dass ein Teil des Seldewassers derzeit einem Teichbiotop im Bereich des Northeimer Flugplatzes zugeführt wird. Der Behauptung, dass es sich dabei womöglich um drei Viertel der Wassermenge handelt, die obendrein bereits sei vielen Jahren unrechtmäßig dort hingeleitet werde, widerspricht die Verwaltung.

„Ein Viertel des Wassers der Selde soll dem Biotop zugeführt werden“, heißt es dazu in der Stellungnahme der Stadt. „Wenn sich die Selde weitere Wege sucht, sind diese auf Wildschäden oder auch Windbruch im Verlauf des Grabens zurückzuführen und beruhen nicht auf einer unrechtmäßig vorgenommenen Umleitung.“

Eine erste Planungsvariante für die Versorgung der Wallteiche mit Frischwasser, die ebenfalls in der Sitzung erläutert wurde, sah vor, über eine Strecke von 1,7 Kilometer das Quellwasser erst über die Selde und dann in einer Transportleitung in die Teiche zu führen. Aufgrund der genannten Problematik hat die Lenkungsgruppe, der neben Vertretern aus Rat und Verwaltung auch interessierte Bürger angehören, jetzt empfohlen, nach weiteren Einspeisungsmöglichkeiten von Frischwasser zu suchen.

Entsprechende weitere Varianten würden derzeit vom beauftragten Ingenieurbüro geprüft, so die Northeimer Stadtverwaltung. Als eine Alternative käme derzeit das Bohren eines zusätzlichen Tiefenbrunnens infrage. Eine andere Möglichkeit sei, das zur Verbesserung der Wasserqualität benötigte Frischwasser aus dem Trinkwassernetz der Northeimer Stadtwerke zu beziehen.

Im Augenblick würden von Seiten des Planungsbüros die wasserhaushaltsrechtlichen Fragestellungen zu den bestehenden Wasserrechten mit der unteren Wasserbehörde bei der Northeimer Kreisverwaltung geklärt, so die Stadt Northeim.

Wie auch immer das Bauprojekt, für das die Stadt Northeim im Februar vom Bund einen Zuschuss von 315 000 Euro erhalten hat und das bis Juli 2023 abgeschlossen sein muss, letztendlich umgesetzt wird – klar ist aus Sicht der Northeimer Stadtverwaltung, dass anschließend eine Entschlammung der Wallteiche erfolgen muss, was mit dem Fördermittelgeber bereits abgestimmt sei. Die anschließende Entschlammung sei sogar ausschlaggebend für die Gewährung der Förderung gewesen. Die Problematik um die zunehmende Verschlammung der Northeimer Wallteiche sei nicht neu, betont die Verwaltung. Als Grund dafür nennt sie die „teilweise massenhafte Fütterung der Fische und Wasservögel mit Brotresten“, weswegen das städtische Garten- und Friedhofsamt in der Vergangenheit bereits eine Entschlammung des mittleren Teichs vorgenommen habe. (Niko Mönkemeyer)

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