Stadt will sich Fördergeld für das Wasserprojekt und einen Hundepark sichern

Die Selde soll wieder in die Northeimer Wallteiche fließen

Teiche in den Wallanlagen am Tourlaviller Wall in Northeim.
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Haben zu wenig Frischwasserzulauf und kippen deshalb oft um: die Teiche in den Wallanlagen am Tourlaviller Wall in Northeim.

Northeim – Die Northeimer Teiche in den Wallanlagen am Tourlaviller Wall sollen mehr Wasser bekommen. Dafür soll der Selde-Bach, der am Gesundbrunnen entspringt und früher offen bis in die Teiche floss, aber vor Jahrzehnten abgehängt und im Bereich Lohgraben in die Rhume umgelenkt worden ist, wieder in die Innenstadt geleitet werden. Das empfahl der Northeimer Bauausschuss. Er nahm damit einen Antrag des CDU-Mitglieds Ansgar Lührig an.

Zur Finanzierung des Projekts soll die Stadtverwaltung versuchen, in das neue Bundesförderprogramm „Modellprojekte zur Klimaanpassung in urbanen Räumen“ zu kommen, dessen Antragsfrist allerdings bereits Ende dieses Monats ausläuft.

Als zweites, beziehungsweise alternatives Projekt für dieses Förderprogramm soll die Einrichtung eines Hundegartens am Lohgraben zur Förderung beantragt werden. Dies hatte die Stadtverwaltung vorgeschlagen und dabei einen früheren Antrag von Eckhard Ilsemann (FDP) wieder ins Spiel gebracht, wobei allerdings das Gelände in Verbindung mit dem Friedhofsbereich als ein Ensemble gelten soll. Dieses solle nachhaltig unter anderem durch Blühstreifen und andere Anpflanzungen gestaltet werden.

Ziel des Förderprogramms, das einen hohen Anspruch habe und gezielt auf Modellprojekte ausgerichtet sein werde, sei die Klimaverbesserung durch Reduktion der Treibhausgas-Emissionen, sagte Bürgermeister Simon Hartmann. Die gemeldeten Projekte sollten auch wissenschaftlich begleitet werden. Die Stadt werde versuchen, beide Projekte so zu skizzieren, dass sie in die Förderung passen könnten.

Falls dies im Falle der Selde-Umleitung in die Teiche nicht klappe, könne möglicherweise auch das Städtebau-Förderungsprogramm Zuschüsse dafür hergeben.

Als weitere denkbare Projekte für das Bundesprogramm „Modellprojekte zur Klimaanpassung in urbanen Räumen“ hatte die Stadtverwaltung auch noch die Umgestaltung des Scharnhorstplatzes, naturnahe Umgestaltung des Rhumekanals sowie die Umgestaltung der Rückingsallee einschließlich Verjüngung der Baumallee vorgeschlagen. Verwaltungschef Hartmann dankte CDU-Ausschussmitglied Lührig für den Hinweis auf das Förderprogramm. Der Ausschuss wählte letztlich das Selde-Projekt und den Hundegarten/Friedhofsbereich einstimmig aus.

Die Stadtverwaltung wird in den nächsten Tagen Projekt-Skizzen über die beiden Vorschläge anfertigen und sie bis zum 31. Juli an den Bund als Antrag zuleiten. Eine Detailplanung soll folgen, wenn der Antrag positiv beschieden wird. Einig war man sich im Ausschuss, dass die Rückverlegung des Selde-Baches zur Verbesserung der Wasserqualität der Teiche und damit zur Aufwertung der Wallangen in der Innenstadt enorm wichtig sei. Die Wasserförderung aus dem Tiefenbrunnen unter den Teichen reiche schon lange nicht mehr aus, um genügend Frischwasser in die Teiche zu pumpen, hieß es. Hans Harer (Grüne) regte an, neben der Selde-Wiedereinleitung auch Regenwasser vom oberhalb gelegenen Lutherschulgelände per Rohr in die Teiche zu leiten.

Den Hinweis des Bürgermeisters, dass ein offener Grabenverlauf hinter den Grundstücken entlang der Straße An der Selde sicher zu Diskussionen führen werde, nahm der Ausschuss zwar zur Kenntnis. Er regte jedoch an, dass es auch möglich sein sollte, ein ohnehin schon in der Straße Seldeweg verlegtes Leerrohr zu verlängern und unter der Wilhelmstraße hindurch bis zu den Teichen zu führen. Ein Fachmann hatte die Kosten dafür vor Jahren schon einmal auf 100 000 Euro beziffert.

Notwendig sei dann aber auch die Herrichtung des Selde-Baches entlang des Waldweges vom Gesundbrunnen bis zum Seldeweg. Es müsse verhindert werden, dass das Wasser, das in genügendem Ausmaß aus der Seldequelle hinter der Tennishalle sprudele, auch seinen Weg bis an den Stadtrand finde und nicht vorher versickere.

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