Seniorenrat: Zu wenig öffentliche Toiletten in Northeimer Innenstadt

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Geschlossen: Die Toiletten am Theater der Nacht wurde 2010 geschlossen.

Northeim. Die Situation der öffentlichen Toiletten in der Stadt Northeim ist unzureichend. Hier müsste die Stadt dringend etwas tun. Diese Forderung hat kürzlich der Northeimer Seniorenrat in seiner jüngsten Sitzung aufgestellt.

Die Mitglieder waren sich einig, dass es in der Stadt zu wenig öffentliche Toiletten gibt. Viele seien in den vergangenen Jahren wegen baulicher Mängel geschlossen worden, darunter die Anlagen am Theater der Nacht, am Adolf-Hueg-Wall/Stadtmauer und am Alten Friedhof/Stadtmauer. Die Anlage auf dem Mühlenanger sei kaum zu nutzen.

Beschluss aus 2008 

Den Beschluss zur Schließung der Anlage am Tourlaviller Wall nahe des Theaters der Nacht hatte der Northeimer Stadtrat bereits im Jahre 2008 gefasst, aus Kostengründen, wie es damals hieß. Unbewachte Toiletten seien äußerst wartungsintensiv und damit nicht mehr zeitgemäß, sagte der damalige Bürgermeister Harald Kühle.

Die Häuschen an der Stadtmauer am Adolf-Hueg-Wall und nahe des Alten Friedhofs war schon 2003 dicht gemacht worden, nachdem ein Radiosender bei einem WC-Test auf eklatante Hygienemängel in diesen Anlagen aufmerksam gemacht hatte.

Zwei WCs vorhanden 

Die Situation ist auch heute noch so. An öffentlichen Toiletten gibt es innenstadtnah nur noch zwei, und zwar im Untergeschoss des Eiscafés Cellino am kleinen Marktplatz und im Erdgeschoss des Citycenters (kostenpflichtig). Die Toilettenanlage am Kiosk am Mühlenanger ist zeitweise offen.

Stadtkämmerer Jörg Dodenhöft: „Hier sind wir in Verhandlungen mit dem Kioskbetreiber, dass wir die Situation von der Einrichtung her verbessern wollen.“

Weitere Verbesserungen der Situation sind laut Dodenhöft nicht geplant. Er verweist aber darauf, dass sicher auch viele Geschäfte helfen, wenn jemand mal dringendes Bedürfnis verspüre. Das bestätigt auch die Vorsitzende des Northeimer Stadtmarketingvereins Doris Ohlmer: „Die meisten der inhaberbetriebenen Läden werden sich natürlich nicht sperren, wenn jemand fragt. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“

Allerdings bedauert die Stadtmarketing-Chefin, dass es für Besucher der Innenstadt nach Geschäftsschluss keine Möglichkeit mehr gibt, öffentliche Toiletten aufzusuchen. „Hier sollte die Stadt mal überlegen, ob sich das ändern lässt.“

Beispiel Osterode 

Ohlmer verweist auf das Beispiel Osterode, wo die Stadt in der Innenstadt am Posthof eine wartungsfreie Toilettenanlage hat installieren lassen. Diese reinige sich nach Benutzung, die allerdings kostenpflichtig ist, von selbst durch eine Hochdruck-Innenspülung der gesamten Zelle. Die Stadt hat diese Anlage von der Herstellerfirma geleast. (goe)

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