Hochwasser im Landkreis Northeim

Serie Hochwasserschutz (3): Northeim profitiert vom Deich

Die Kernstadt von Northeim ist seit 1993 durch die Rhumeeindeichung vor Überschwemmungen gut geschützt. Unser Bild entstand Ende Juli 2017 an der Rhume, die damals extremes Hochwasser führte.
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Die Kernstadt von Northeim ist seit 1993 durch die Rhumeeindeichung vor Überschwemmungen gut geschützt. Unser Bild entstand Ende Juli 2017 an der Rhume, die damals extremes Hochwasser führte.

Die Stadt Northeim gibt sich auf Nachfrage zuversichtlich, was den Hochwasserschutz betrifft. Grundsätzlich werde im Zuge von Flächenversiegelungen die Entwässerungssituation betrachtet, schreibt dass Bauamt.

Northeim – Unter anderem deswegen seien in der Stadt und den Ortschaften in den vergangenen Jahren zusätzliche Regenrückhaltebecken entstanden.

Überschwemmungen im Kernstadtgebiet hat es seit der Eindeichung der Rhume Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr gegeben. Und der Stadt lägen keine Hinweise vor, die auf einen zu bemängelnden Zustand der Rhumedämme schließen lassen könnten, heißt es vom Bauamt.

Zum Thema Ableitung von Starkregen schreibt die Stadt, dass es für alle Straßenabläufe einen dauerhaften Reinigungsauftrag mit zwei jährlichen Reinigungen gebe. Zusätzliche Reinigungen würden bei Bedarf vorgenommen. Die Dimensionierung des Kanalnetzes werde durch den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung überwacht und optimiert. Exemplarisch nennt die Stadt hierfür eine für Anfang 2022 geplante Baumaßnahme im Mittelweg, wo ein unterirdischer Engpass im Abfluss zur Rhume beseitigt werden soll.

Hochwasserschutz in der Stadt Northeim: Festgesetztes Überschwemmungsgebiet gibt Orientierung, welche Flächen im Extremereignis betroffen sein könnten

Für die Ortschaften seien die Gräben an den Feldern von Bedeutung. Die Art der Vegetation und die Beackerung auf den Feldern habe Auswirkung auf die Aufnahmekapazität der ableitenden Gräben: Wenn Äcker frisch eingesät seien und dazu Ackerfurchen in Fließrichtung bergab zeigten, werde Wasser zu schnell abgeleitet. Dann könne viel Boden mitgerissen werden, der Grabendurchläufe verschließe. Hier seien die Landwirte gefragt.

Im Rahmen einer „Gebietskooperation Hochwasserschutz Obere Leine“ befinde sich für Höckelheim eine konkrete Hochwasserschutzmaßnahme für die Moore und Leine durch Schutzdämme zur Bebauung in Planung. Als Bemessungsgrundlage dafür gelte ein Hochwasser, das statistisch gesehen alle 80 Jahre vorkomme. Die Umsetzung sei abhängig von einer Förderung, die derzeit aber nicht absehbar sei. Die Stadt prüfe derzeit, inwieweit weitere Fördermöglichkeiten bestehen oder die Maßnahme umgeplant werden kann.

Generell zu Überschwemmungsgebieten schreibt die Stadtverwaltung, dass das festgesetzte Überschwemmungsgebiet für ein Jahrhunderthochwasser für die Stadt Northeim öffentlich einsehbar sei. Es gebe eine gute Orientierung, welche Flächen im Stadtgebiet grundsätzlich im Extremereignis betroffen sein könnten.

Hochwasserschutz in der Stadt Northeim: Alle Wehren mit Grundausstattung mit einer Tragkraftspritze auf den Löschfahrzeugen ausgestattet

Zudem könnten Hochwasserschutzmaßnahmen, insbesondere Retentionsflächen, auch außerhalb des Northeimer Stadtgebiets zur Entlastung von Orten entlang der Leine oder anderer ins Stadtgebiet führende Flüsse beitragen. Für die Feuerwehren habe die Stadt zusätzliche Ausrüstung angeschafft, die die Feuerwehr als nötig erachtet habe, heißt es von der Verwaltung.

Unter anderem seien oder würden alle Wehren mit Grundausstattung mit einer Tragkraftspritze auf den Löschfahrzeugen ausgestattet. Daneben seien für Einsatzfahrzeuge auch Tauchpumpen angeschafft und mit einem Stromerzeuger ausgerüstet worden. Zusätzliche Pumpen seien als Reserve bei der Schwerpunktwehr vorhanden.

Auch Sand und Sandsäcke seien bevorratet. Das Üben von Befestigungs- oder Sperrbauten mit Hilfe von Sandsäcken sei Bestandteil von Übungsabenden. Die Serie Hochwasser wird bis kommenden Samstag (21.08.21) um jeweils 9 Uhr fortgesetzt. (Axel Gödecke)

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